Berufsberatung – welche Tools und Tests wirklich helfen

„Was willst du später mal werden?“ – eine Frage, die Jugendliche ungefähr so gerne hören wie „Hast du schon Hausaufgaben gemacht?“ Nicht weil sie unwichtig wäre, sondern weil die Antwort verdammt schwer ist. Bei über 2.000 Berufen allein in Österreich den Überblick zu behalten, ist schon für Erwachsene eine Herausforderung. Kein Wunder, dass sich viele Jugendliche überfordert fühlen.

Die gute Nachricht: Du musst das nicht allein herausfinden. Es gibt eine Menge Tools, Tests und Beratungsangebote, die dir helfen können. Die schlechte Nachricht: Nicht alle sind gleich gut. Wir haben die wichtigsten für dich unter die Lupe genommen und erklären dir, welches Tool für welche Situation am besten geeignet ist.

Das Wichtigste in Kürze

  • Online-Tests sind ein guter Einstieg, aber kein Ersatz für eine persönliche Beratung
  • Das AMS bietet mit Berufskompass, Jugendkompass und Berufsinfomat die umfangreichsten kostenlosen Tools
  • Im Jahr 2025 haben rund 140.750 Personen den AMS Berufskompass vollständig ausgefüllt
  • Die 73 BerufsInfoZentren (BIZ) des AMS bieten kostenlose persönliche Beratung – mit 95,4 Prozent Zufriedenheitsrate
  • Die Testergebnisse sind Orientierungshilfen – keine endgültigen Antworten
  • Die beste Strategie: mehrere Tests kombinieren und die Ergebnisse vergleichen

Warum Berufsorientierung so wichtig ist

Die Wahl des Berufs gehört zu den weitreichendsten Entscheidungen deines Lebens. Sie beeinflusst nicht nur dein Einkommen, sondern auch deine tägliche Zufriedenheit, deine sozialen Kontakte und deine persönliche Entwicklung. Trotzdem treffen viele Jugendliche diese Entscheidung unter Zeitdruck, ohne ausreichende Information oder weil „alle in der Familie das machen“.

Das muss nicht sein. Die Berufsorientierung in Österreich ist gut ausgebaut – du musst nur wissen, welche Angebote es gibt und wie du sie nutzt. Seit 2016 gibt es in Österreich die Ausbildungspflicht bis 18 Jahre, und das Programm „AusBildung bis 18“ sorgt dafür, dass alle Jugendlichen die für sie passende Ausbildung finden. Die Palette an Angeboten reicht von Berufsberatung und Jugendcoaching über die überbetriebliche Berufsausbildung bis hin zu niederschwelligen Angeboten wie AusbildungsFit.

Online-Tests im Überblick

AMS Berufskompass – der Allrounder

Der AMS Berufskompass ist wahrscheinlich das bekannteste Berufsorientierungstool in Österreich – und das aus gutem Grund. In etwa 15 Minuten erhebt er deine Interessen, deine Persönlichkeit, deine persönlichen Stärken und deine Erwartungen an den zukünftigen Beruf. Das Ergebnis: Eine Liste von Berufsvorschlägen, die online und als PDF verfügbar sind und direkt mit den Berufsbeschreibungen des AMS verlinkt sind.

Die Zahlen zeigen, wie beliebt das Tool ist: Im Jahr 2024 haben knapp 117.500 Personen den AMS Berufskompass vollständig ausgefüllt. Im Jahr 2025 ist diese Zahl auf rund 140.750 gestiegen – ein deutlicher Anstieg, der zeigt, dass immer mehr Menschen die Berufsorientierung aktiv angehen.

Für wen: Ab 16 Jahren
Dauer: Ca. 15 Minuten
Kosten: Kostenlos
Stärken: Umfassend, wissenschaftlich fundiert, direkte Verlinkung zu Berufsbeschreibungen, hohe Nutzerzahl zeigt Bewährtheit
Schwächen: Kann für Jüngere zu abstrakt sein, Fragen teils komplex formuliert

AMS Jugendkompass – für die Jüngeren

Der Jugendkompass richtet sich speziell an Jugendliche unter 16, die gerade erst beginnen, ihre berufliche Zukunft zu planen. Er ist einfacher aufgebaut als der Berufskompass und verwendet eine jugendgerechtere Sprache. Die Fragen sind konkreter und näher am Alltag von Schülerinnen und Schülern formuliert.

Für wen: Unter 16 Jahren
Dauer: Ca. 10 Minuten
Kosten: Kostenlos
Stärken: Jugendgerechte Sprache, niedrigschwelliger Einstieg
Schwächen: Weniger detailliert als der Berufskompass

AMS Berufsinfomat – KI für deine Berufsfragen

Ein innovatives Tool des AMS, das Künstliche Intelligenz nutzt, um Fragen rund um Beruf, Aus- und Weiterbildung zu beantworten. Du kannst einfach deine Frage eintippen und bekommst eine informierte Antwort, die aus verschiedenen AMS-Tools zur Berufsinformation gespeist wird. Perfekt, wenn du eine konkrete Frage hast, zum Beispiel: „Was verdient eine Tischlerin?“ oder „Welche Ausbildung brauche ich für den IT-Bereich?“

Für wen: Alle Altersgruppen
Dauer: Variabel – je nach Frage
Kosten: Kostenlos
Stärken: Sofortige Antworten, natürliche Spracheingabe, immer aktuell
Schwächen: Kein Persönlichkeitstest, eher Informationstool als Orientierungshilfe

BIZ-BOT – der Orientierungstest für 12- bis 15-Jährige

Speziell für 12- bis 15-Jährige steht in den BerufsInfoZentren des AMS der BIZ-BerufsOrientierungsTest (BIZ-BOT) zur Verfügung. Das Ergebnis kann bei der entscheidenden Frage „Schule oder Lehre?“ unterstützen und liefert Vorschläge für Lehrausbildungen sowie weiterführende Schulen auf Basis erhobener Interessen und Persönlichkeitseigenschaften. Im Jahr 2024 haben rund 18.500 Jugendliche diesen Test gemacht.

Für wen: 12-15 Jahre
Dauer: Ca. 20 Minuten
Kosten: Kostenlos (nur im BIZ verfügbar)
Stärken: Speziell auf die Altersgruppe zugeschnitten, persönliche Besprechung der Ergebnisse vor Ort
Schwächen: Nur in BIZ-Standorten verfügbar, nicht online

AK-Berufsinteressentest

Der Berufsinteressentest der Arbeiterkammer ist eine hervorragende Ergänzung zum AMS-Kompass. In 15 bis 20 Minuten erhältst du ein persönliches Interessenprofil und eine Liste von Berufsvorschlägen. Der Test ist sowohl für Jugendliche als auch für Erwachsene geeignet und fragt deine Neigungen und Vorlieben auf eine anschauliche Art und Weise ab.

Für wen: Alle Altersgruppen (auch als Jugendversion verfügbar)
Dauer: 15-20 Minuten
Kosten: Kostenlos
Stärken: Klar strukturiert, anschauliche Fragen, konkretes Interessenprofil
Schwächen: Weniger umfassend als der AMS Berufskompass

JOPSY – der Bild-basierte Test

Mit JOPSY bietet die Arbeiterkammer einen innovativen Ansatz: Du bewertest Bilder, in denen unterschiedliche Tätigkeiten dargestellt sind, basierend auf deinen persönlichen Interessen. Das macht den Test besonders zugänglich und intuitiv – auch für Menschen, die sich mit langen Fragebögen schwertun oder denen das Lesen schwerfällt.

Für wen: Alle Altersgruppen, besonders niedrigschwellig
Dauer: Ca. 10 Minuten
Kosten: Kostenlos
Stärken: Bild-basiert, intuitiv, barrierefrei, macht Spaß
Schwächen: Weniger detailliert als textbasierte Tests

BOs Welt (WKO) – spielerisch Berufe entdecken

BOs Welt ist ein kostenloses, spielerisches Online-Tool der Wirtschaftskammer für Jugendliche ab 12 Jahren. In einer animierten „Stadt der Berufe“ entdeckst du neun strukturierte Interessenfelder. Das Ergebnis ist ein fundiertes Interessenprofil. Die Anwendung ist ohne Registrierung über Computer oder Tablet nutzbar und eignet sich besonders gut als Einstieg in die Berufsorientierung.

Für wen: Ab 12 Jahren
Dauer: Variabel
Kosten: Kostenlos
Stärken: Spielerisch, ansprechend gestaltet, niedrigschwellig, keine Registrierung nötig
Schwächen: Eher Einstiegstool, weniger detailliert

BIC – Berufsinformationscomputer (WKO)

Der BIC der Wirtschaftskammer ist weniger ein Test und mehr eine umfassende Informationsplattform. Hier findest du Erklärungen zu verschiedenen Berufen, Arbeitsfeldern, Berufsgruppen, Bildungswegen und Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten. Mit Informationen zu rund 2.000 Berufen ist der BIC Österreichs größte Online-Datenbank zur Berufswelt. Besonders praktisch: Zu vielen Berufen gibt es Videos, die den Alltag zeigen.

PLAYMIT Stärkenanalyse

Ein spielerischer Ansatz, der Quizfragen nutzt, um deine Stärken zu identifizieren. Basierend auf deinen Antworten werden dir Berufe und Lehrstellen vorgeschlagen, die zu deinem Profil passen. Besonders motivierend: Der Gamification-Ansatz macht die Berufsorientierung unterhaltsam.

whatchado

Nicht direkt ein Test, aber eine wertvolle Ergänzung: Auf whatchado findest du tausende kurze Videoporträts von Menschen, die von ihrem Beruf erzählen. So bekommst du einen authentischen Einblick in verschiedene Berufsfelder – erzählt von den Menschen, die darin arbeiten. Perfekt, um einen Beruf, der dich interessiert, besser kennenzulernen.

Persönliche Beratung – wenn Online-Tests nicht reichen

BerufsInfoZentren (BIZ) des AMS

Das AMS betreibt 73 BerufsInfoZentren in ganz Österreich. In den BIZ steht eine große Auswahl an Informationsmedien über Berufe, Beschäftigungsmöglichkeiten und Aus- und Weiterbildungswege zur Verfügung. Neben digitalen Tests gibt es auch Karten- und Brettspiele zur Klärung von Interessen und Stärken.

Die Zahlen sprechen für sich: Im Jahr 2024 wurden insgesamt 44.304 Berufs- und Bildungsberatungen in BIZ durchgeführt – das waren um knapp 12 Prozent mehr als im Vorjahr. 45 Prozent der beratenen Personen waren unter 25 Jahre alt. Und die Zufriedenheit der Beratungskunden war mit 95,4 Prozent außerordentlich hoch. Die AMS-BIZ wurden zuletzt im Februar 2025 erfolgreich IBOBB-zertifiziert, was die hohen Qualitätsstandards bestätigt.

Was du bekommst: Kostenlose persönliche Beratung, Zugang zu Tests, die es nur vor Ort gibt (BIZ-BOT, AMS-Interessentest), umfangreiche Informationsmaterialien, maßgeschneiderte Workshops für Schulklassen und Gruppen.

Im Jahr 2024 und 2025 waren die BIZ des AMS auf insgesamt 170 beziehungsweise 175 verschiedenen Messen vertreten – eine weitere Möglichkeit, die BIZ-Beraterinnen und -Berater persönlich zu treffen.

Jugendcoaching

Beim Jugendcoaching kannst du dich professionell und kostenlos beraten lassen. Es bietet Hilfestellung für den Übertritt ins Berufsleben und ist besonders hilfreich, wenn du noch völlig orientierungslos bist oder besondere Herausforderungen bei der Berufswahl hast. Das Coaching ist individuell auf deine Situation zugeschnitten und begleitet dich über einen längeren Zeitraum.

Schulpsychologische Beratung

An vielen Schulen gibt es Berufsberatung durch Schulpsychologen oder BO-Lehrkräfte (Berufsorientierung). Nutze diese Angebote – sie sind kostenlos und auf deine Altersgruppe zugeschnitten. Die BO-Lehrkräfte kennen die lokalen Betriebe und können oft direkte Kontakte für Schnuppertage oder Praktika herstellen.

WKO Bildungs- und Berufsberatung

Die Wirtschaftskammer bietet ebenfalls Beratung an, insbesondere wenn du dich für eine Lehre interessierst. Sie kann dir auch helfen, den passenden Lehrbetrieb zu finden, und informiert über die verschiedenen Lehrberufe und ihre Zukunftsaussichten.

AusBildungsFit

Für Jugendliche, die noch nicht bereit für eine Lehre oder weiterführende Schule sind, bietet AusBildungsFit eine niederschwellige Vorbereitung. Hier kannst du in verschiedene Berufsfelder hineinschnuppern, deine Grundkompetenzen stärken und dich auf den nächsten Ausbildungsschritt vorbereiten.

Wie du die Tools am besten nutzt – eine Schritt-für-Schritt-Anleitung

Schritt 1: Mach mehrere Tests

Kein einzelner Test gibt dir die perfekte Antwort. Mach den AMS Berufskompass UND den AK-Berufsinteressentest UND BOs Welt. Vergleiche die Ergebnisse. Wo überschneiden sie sich? Das sind wahrscheinlich deine stärksten Interessen. Wo widersprechen sie sich? Das sind Bereiche, die du genauer erkunden solltest.

Schritt 2: Nimm die Ergebnisse als Inspiration, nicht als Vorschrift

Wichtig: Die Testergebnisse sind Orientierungshilfen – keine Garantie, dass nur die angeführten Berufe zu dir passen. Wenn ein Test „Ingenieur“ vorschlägt, du dich aber mehr für Design interessierst, heißt das nicht, dass du das ignorieren sollst. Vielleicht ist Industriedesign oder UX-Design die perfekte Schnittmenge.

Schritt 3: Recherchiere die Vorschläge gründlich

Wenn ein Beruf auftaucht, den du nicht kennst – recherchiere ihn. Schau dir AMS-Karrierevideos an, lies die Berufsbeschreibungen im BIC, sieh dir whatchado-Videos an. Je mehr du über einen Beruf weißt, desto fundierter wird deine Entscheidung. Das AMS Berufsinformationssystem (BIS) ist mit tausenden Berufsbeschreibungen Österreichs größte Datenbank zur Berufswelt.

Schritt 4: Nutze die persönliche Beratung

Nach den Online-Tests ist ein Besuch im BIZ der logische nächste Schritt. Die Beraterinnen und Berater dort können deine Testergebnisse einordnen, zusätzliche Tests mit dir machen (wie den BIZ-BOT oder den AMS-Interessentest) und individuelle Empfehlungen geben.

Schritt 5: Rede mit Menschen, die den Beruf ausüben

Kein Test ersetzt ein Gespräch mit jemandem, der den Beruf tatsächlich macht. Frag in deinem Umfeld, ob du jemanden zum Kaffee einladen oder einen Tag lang begleiten darfst. Die meisten Menschen erzählen gerne von ihrer Arbeit – und du bekommst einen realistischen Einblick, den kein Test bieten kann.

Schritt 6: Probiere es aus

Praktika, Schnuppertage, Job-Shadowing – die beste Berufsorientierung ist das Ausprobieren. Viele Schulen organisieren Berufspraktische Tage, und die meisten Betriebe bieten Schnuppertage an. Mehr dazu in unserem Artikel Praktikum oder Ausbeutung – deine Rechte als Praktikant.

Alle Tools auf einen Blick

Übersicht Berufsorientierungs-Tools

  • AMS Berufskompass: berufskompass.at – ab 16 Jahren – 15 Min. – wissenschaftlich fundiert
  • AMS Jugendkompass: jugendkompass.at – unter 16 Jahren – 10 Min. – jugendgerecht
  • AMS Berufsinfomat: KI-basierte Berufsberatung – alle Altersgruppen – sofortige Antworten
  • BIZ-BOT: Nur in BIZ-Standorten – 12-15 Jahre – persönliche Besprechung inklusive
  • AK-Berufsinteressentest: Alle Altersgruppen – 15-20 Min. – konkretes Interessenprofil
  • JOPSY (AK): Bild-basierter Interessentest – besonders niedrigschwellig
  • BOs Welt (WKO): Spielerische Berufserkundung ab 12 – animierte Berufswelt
  • BIC (WKO): Umfassende Informationsplattform – 2.000 Berufe – Videos inklusive
  • PLAYMIT: Gamification-Ansatz – Stärkenanalyse durch Quizfragen
  • whatchado: Videoporträts von Berufstätigen – authentische Einblicke
  • BIZ des AMS: 73 Standorte – persönliche Beratung – 95,4% Zufriedenheit

Wann du welches Tool nutzen solltest

  • 12-14 Jahre: BOs Welt für einen spielerischen Einstieg, BIZ-BOT beim nächsten BIZ-Besuch mit der Schule
  • 14-16 Jahre: AMS Jugendkompass + BOs Welt + JOPSY + erste BIZ-Besuche. In diesem Alter werden die Weichen gestellt (Schule oder Lehre?), also nutze mehrere Tools
  • Ab 16 Jahre: AMS Berufskompass + AK-Berufsinteressentest + persönliche Beratung im BIZ oder beim Jugendcoaching
  • Vor der Berufswahl: Alle Tools kombinieren + Praktika + Schnuppertage + Gespräche mit Berufstätigen + whatchado-Videos
  • Wenn du unsicher bist: Nutze den Berufsinfomat für konkrete Fragen und lass dich im BIZ beraten

Berufsorientierung für verschiedene Bildungswege

Je nachdem, welchen Bildungsweg du einschlägst, sind unterschiedliche Tools und Beratungsangebote besonders relevant:

Wenn du eine Lehre anstrebst

In Österreich gibt es über 200 verschiedene Lehrberufe – da den Überblick zu behalten, ist gar nicht so leicht. Der BIC der WKO ist hier besonders hilfreich, weil er detaillierte Informationen zu jedem einzelnen Lehrberuf bietet. Auch der BIZ-BOT ist ideal, weil er gezielt Lehrausbildungen vorschlägt. Nutze außerdem die Möglichkeit der Schnupperlehre: In Österreich darfst du während der Schulzeit bis zu fünf Tage in einem Lehrbetrieb verbringen, um den Beruf kennenzulernen. Die WKO-Beratung kann dir helfen, den passenden Lehrbetrieb zu finden.

Wenn du eine weiterführende Schule besuchst

Hier stellt sich weniger die Frage „Welcher Beruf?“, sondern „Welche Schule führt mich dorthin?“ Der AMS Berufskompass und der AK-Berufsinteressentest helfen dir, deine Interessen zu identifizieren, und der AMS Ausbildungskompass zeigt dir dann, welche Ausbildungswege zu diesen Interessen passen. Nutze auch die Tag-der-offenen-Tür-Veranstaltungen an Schulen, um dir ein eigenes Bild zu machen.

Wenn du studieren willst

Für Maturantinnen und Maturanten wird die Berufswahl noch komplexer, weil die Studienwahl ein zusätzlicher Schritt ist. Hier helfen der AMS Berufskompass in Kombination mit dem Ausbildungskompass besonders gut. Außerdem bieten die Psychologischen Beratungsstellen an den Universitäten spezielle Studienberatung an. Die Studienrichtungswahl solltest du nicht dem Zufall überlassen – investiere Zeit in die Recherche und besuche Informationsveranstaltungen der Universitäten und Fachhochschulen.

Wenn du noch gar keine Ahnung hast

Das ist völlig in Ordnung. Genau dafür gibt es die Berufsorientierungstools. Fang mit BOs Welt oder JOPSY an – das sind die spielerischsten und niedrigschwelligsten Einstiege. Dann arbeite dich über den AK-Berufsinteressentest und den AMS Berufskompass zu den detaillierteren Tools vor. Und wenn die Online-Tests nicht reichen, geh ins BIZ oder zum Jugendcoaching – persönliche Beratung kann Wunder wirken, wenn man sich verloren fühlt.

Häufige Fehler bei der Berufsorientierung

Damit du die typischen Fallen vermeidest, hier die häufigsten Fehler bei der Berufswahl:

  • Sich nur auf einen Test verlassen: Kein einzelner Test kann deine gesamte Persönlichkeit erfassen. Mach immer mehrere und vergleiche die Ergebnisse
  • Den elterlichen Erwartungen nachgeben: „Werde Anwalt, wie dein Vater“ ist kein guter Grund, Jus zu studieren. Deine Berufswahl sollte auf deinen Interessen und Stärken basieren
  • Nur aufs Gehalt schauen: Ein hoher Verdienst ist schön, aber wenn du jeden Tag ungern zur Arbeit gehst, nützt dir auch das beste Gehalt nichts
  • Zu wenig informieren: Viele Jugendliche kennen nur eine Handvoll Berufe. Nutze die Tools, um Berufe zu entdecken, von denen du noch nie gehört hast
  • Nie ausprobieren: Tests sind gut, aber kein Ersatz für praktische Erfahrung. Mach Praktika und Schnuppertage
  • Angst vor der falschen Entscheidung: Es gibt keine „falsche“ Entscheidung. Du kannst immer umsatteln, und jede Erfahrung bringt dich weiter

Fazit – der beste Test bist du selbst

Online-Tests und Beratungsangebote sind wertvolle Werkzeuge auf deinem Weg zur Berufswahl. Sie können dir helfen, deine Interessen und Stärken besser zu verstehen und Berufe zu entdecken, an die du vielleicht noch nie gedacht hast. Die beeindruckenden Zahlen – 140.750 Berufskompass-Nutzer, 44.304 BIZ-Beratungen, 95,4 Prozent Zufriedenheit – zeigen, dass diese Angebote funktionieren und von vielen Menschen geschätzt werden.

Aber am Ende des Tages kennt niemand dich so gut wie du selbst. Nutze die Tools als Inspiration, nicht als Rezept. Hör auf dein Bauchgefühl. Probiere Dinge aus. Und hab keine Angst, deine Meinung zu ändern – die wenigsten Menschen landen beim ersten Versuch in ihrem Traumjob. Viele erfolgreiche Menschen haben mehrere Berufswechsel hinter sich und sagen rückblickend, dass jeder einzelne Schritt sie weitergebracht hat.

Der wichtigste Schritt ist nicht, die perfekte Antwort zu finden. Sondern überhaupt mit der Suche zu beginnen. Also öffne jetzt gleich den AMS Berufskompass oder den AK-Berufsinteressentest – und mach den ersten Schritt in Richtung deiner beruflichen Zukunft.