WG gründen in Österreich – Mietvertrag, Casting und der Streit um die Spülmaschine

Du startest dein erstes Studium in Wien, deine Lehre in Graz oder dein Praktikum in Linz – und merkst sofort: Eine eigene Wohnung kannst du dir nicht leisten. Eine WG schon. Was du für 800 € als kleine Garconniere allein hast, gibt’s in einer Vierer-WG mit eigenem Zimmer und gemeinsamer Küche für 350 bis 500 €. Plus du wohnst nicht allein in einer Stadt, in der du noch niemanden kennst.

Aber WG ist nicht WG. Wer in eine bestehende einzieht, kämpft sich durch WG-Castings, prüft Verträge, die er kaum versteht, und wundert sich nach drei Monaten, warum die anderen Mitbewohner:innen nie spülen. Wer eine neue gründet, jongliert Mietverträge, Kautionen und Untermietregelungen. Dieser Artikel zeigt dir, wie WG-Wohnen in Österreich rechtlich funktioniert, wo du gute Plattformen findest, was beim Casting wirklich zählt und wie ihr Konflikte vermeidet, bevor sie eskalieren.

Das Wichtigste in Kürze

  • Drei WG-Mietvertragsmodelle: alle als Hauptmieter:innen, ein:e Hauptmieter:in + Untermieter:innen, oder Einzelverträge pro Zimmer
  • Hauptmiete ist immer rechtlich stärker als Untermiete – aber meist auch mehr Aufwand und mehr Verantwortung
  • Untermiete-Regel: Hauptmieter:innen dürfen max. den anteiligen Mietzins + 50 % verlangen plus anteilige Betriebskosten – sonst Wuchermiete
  • WG-Plattformen: wg-gesucht.de, willhaben.at, immoscout24.at, jaim.at, studium.at, immosuchmaschine.at
  • Mietpreise pro Zimmer (April 2026): Wien 350-650 €, Graz 280-450 €, Linz 280-450 €, Innsbruck 380-550 €, Salzburg 350-500 €
  • Beim WG-Casting zählt nicht nur, ob du sympathisch bist – sondern auch, ob du finanziell und im Alltag verlässlich rüberkommst
  • Klare Regeln zu Putzen, Rauchen, Besuch und Geld retten die meisten WGs vor dem Eskalationsstreit

Warum WG – und für wen passt sie nicht?

Eine WG ist die ehrlichste Wohnform für jeden, der zu wenig Geld für eine eigene Wohnung hat, aber genug Sozialfähigkeit, um mit anderen Menschen den Kühlschrank zu teilen. Wer einen 9-to-5-Job hat, gerne kocht und ein bisschen Lust auf Gemeinschaft mitbringt, ist meist glücklich. Wer Schichtarbeit macht, jeden Geräuschmoment als Übergriff empfindet oder einfach nur seine Ruhe will, sollte besser Garconniere nehmen, auch wenn sie 200 € mehr kostet.

Plus: WG-Wohnen verändert dich. Du lernst, mit Menschen zu leben, die nicht deine Familie sind. Du entdeckst, wie du wirklich aufgewachsen bist („Du legst die Schuhe da hin?!“). Und du sammelst Geschichten, die du mit 50 noch erzählen wirst.

Die drei Mietvertragsmodelle – und welches für euch passt

Bevor ihr die Wohnung anseht: Versteht, welches Vertragsmodell der Vermieter anbietet. Das ist die wichtigste rechtliche Entscheidung der ganzen WG-Konstellation.

Modell 1 – Alle Bewohner:innen sind Hauptmieter:innen

Alle WG-Mitglieder unterschreiben gemeinsam den Mietvertrag und sind gleichberechtigte Mitmieter:innen. Vorteile: Niemand ist abhängig vom Hauptmieter, alle haben dieselben Rechte gegenüber dem Vermieter, der Mietzins ist meist günstiger (kein Aufschlag des Hauptmieters). Nachteile: Alle haften gemeinsam für die Miete – wenn eine Person nicht zahlt, kann der Vermieter sich an die anderen halten. Bei Wechsel im Vertrag (jemand zieht aus, jemand neu ein) braucht ihr immer das Einverständnis des Vermieters.

Empfehlung: Bestes Modell, wenn ihr eine stabile WG mit langfristig denkenden Mitbewohner:innen seid. Schwierig, wenn häufig Wechsel passieren.

Modell 2 – Ein:e Hauptmieter:in plus Untermieter:innen

Eine Person unterschreibt den Mietvertrag mit dem Vermieter. Diese Person ist alleiniger Vertragspartner und vermietet die anderen Zimmer als Untermieter:innen weiter. Vorteile: Einfacher Wechsel der Untermieter:innen – der Hauptmieter kündigt einer Untermieterin und sucht eine neue, der Vermieter muss nicht jedes Mal zustimmen. Nachteile für Hauptmieter:innen: volle Verantwortung für Mietzahlung, alle Konflikte mit dem Vermieter laufen über sie. Nachteile für Untermieter:innen: schlechtere rechtliche Stellung, Kündigungsschutz nur über die Hauptmieterin.

Wichtig zur Untermiete: Laut Arbeiterkammer Wien darf der Hauptmieter höchstens den anteiligen Mietzins plus 50 % plus anteilige Betriebskosten verlangen. Wer mehr nimmt, betreibt Mietwucher und kann angezeigt werden. Im Altbau und im geförderten Wohnbau darf der Vermieter eine teilweise Untervermietung in der Regel nicht verbieten.

Modell 3 – Einzelverträge pro Zimmer

Der Vermieter macht mit jeder Bewohnerin einen separaten Vertrag über ihr Zimmer plus anteilige Nutzung der Gemeinschaftsräume. Selten in privaten WGs, häufiger in studentischen Wohnheimen oder professionell vermarkteten WG-Modellen wie diewg.at oder Studierendenheimen. Vorteile: Maximale Flexibilität, einfacher Wechsel, klare Verhältnisse. Nachteile: Wenig Mitsprache bei der Auswahl neuer Bewohner:innen – das macht der Vermieter.

Wo du WG-Zimmer findest – die wichtigsten Plattformen

  • WG-Gesucht.de: Größte deutschsprachige Plattform, auch für Wien, Graz und Innsbruck stark. Inserate kosten den Vermietenden Geld – das filtert oberflächliche Anzeigen. Premium-Mitgliedschaft für Suchende ist nicht zwingend, aber praktisch (frühere Sicht auf neue Inserate).
  • willhaben.at: Die größte österreichische Immobilienplattform. Viele WG-Zimmer im Bereich Mietwohnungen → „WG-Zimmer“. Kostenlos für beide Seiten, dafür höheres Aufkommen an Spam und nicht ernst gemeinten Anzeigen.
  • ImmoScout24: Solide Auswahl, professionelle Anzeigen, oft etwas teurer als der Schnitt
  • jaim.at: Spezialisierte österreichische WG-Plattform mit Fokus auf studentisches Wohnen, Casting-Funktion eingebaut
  • studium.at: WG- und Wohnungssuche speziell für Studierende, oft mit guten regionalen Filtern
  • immosuchmaschine.at: Aggregiert Anzeigen aus mehreren Quellen, gut für den schnellen Überblick
  • Facebook-Gruppen: „WG-Zimmer Wien gesucht“, „WG Graz Studierende“ und ähnliche – hier laufen viele Mietangebote von Privat zu Privat, oft schneller als auf den großen Plattformen, dafür weniger reguliert
  • Aushänge an der Uni / FH: Klassisch, aber funktioniert noch immer in studentennahen Vierteln

Mietpreise – was du im April 2026 wirklich zahlst

Die Preise für WG-Zimmer haben sich in den letzten zwei Jahren deutlich erhöht. Folgende Richtwerte für 2026 (pro Person, inklusive Betriebskosten und Strom):

  • Wien: 350-650 € pro Zimmer. In gefragten Bezirken (1, 4, 6, 7, 8, 9, 18, 19) eher am oberen Ende. In Floridsdorf, Liesing, Donaustadt deutlich günstiger.
  • Graz: 280-450 €. Günstiger als Wien, große Auswahl wegen vieler Studierender
  • Linz: 280-450 €. Vergleichbar mit Graz, kleinere Szene
  • Innsbruck: 380-550 €. Wegen Tourismus und kleinem Wohnungsmarkt teuer
  • Salzburg: 350-500 €. Ähnlich wie Innsbruck
  • Klagenfurt, Villach: 250-400 €. Günstig, aber wenig Auswahl

Achte beim Vergleich darauf, ob die Miete „warm“ (alles drin) oder „kalt“ (Betriebskosten und Strom kommen extra) inseriert ist. Bei Kalt-Inseraten kommen schnell 80-150 € pro Zimmer dazu, was Vergleiche verfälscht.

WG-Casting – was wirklich entscheidet

Die meisten WGs suchen ihre neuen Mitbewohner:innen über das sogenannte WG-Casting: Man trifft sich, redet, schaut, ob die Chemie stimmt. Was du als Suchende:r wissen solltest:

Was die anderen wirklich von dir wissen wollen

  • Bist du finanziell verlässlich? Sie wollen wissen, ob du dir die Miete leisten kannst. Hab eine ehrliche Antwort parat: Ich studiere, bekomme von den Eltern X, dazu Stipendium und Nebenjob, Y kommt rein.
  • Wie ist dein Alltag? Wann schläfst du, wann arbeitest du, wie viele Besucher hast du, wie oft kommt deine Beziehungsperson über?
  • Wie aufgeräumt bist du? Niemand sagt dir das direkt, aber alle achten darauf. Frag selbst aktiv: Wer putzt? Gibt’s einen Putzplan? Wie streng ist man mit dem Geschirr?
  • Bist du sozial-kompatibel? Magst du gemeinsame Abendessen oder bist du eher der Typ, der sein Zimmer nicht verlässt? Beides ist okay, sollte aber zur restlichen WG passen.
  • Wie planst du deinen Auszug? Die WG will wissen, ob du bleibst oder in einem halben Jahr nach Berlin gehst.

Was du selbst fragen solltest

  • Wer ist Hauptmieter:in? Welcher Vertragstyp gilt für mich?
  • Wie hoch ist die Miete inklusive aller Nebenkosten?
  • Wie wird die Stromrechnung aufgeteilt?
  • Welche Möbel sind im Zimmer? Welche im Gemeinschaftsraum gehören wem?
  • Gibt es einen Putzplan? Wie streng ist man damit?
  • Was ist mit Besuch, Übernachtungen, Beziehungspersonen?
  • Wie wird mit Konflikten umgegangen? Gibt’s WG-Sitzungen?
  • Welche Erwartungen haben die anderen an mich konkret?
  • Wie hoch ist die Kaution? Wer hält sie wo?
  • Wie läuft der Auszug, wenn ich nach einem Jahr wieder gehe?

Kaution – das oft missverstandene Thema

Die Kaution ist eine Sicherheit für den Vermieter (oder bei Untermiete für den Hauptmieter), falls du Schäden verursachst oder Mieten nicht bezahlst. In Österreich darf sie bei Wohnungsmieten maximal sechs Monatsmieten (kalt, ohne Betriebskosten) betragen – üblich sind drei Bruttomonatsmieten.

Wichtig:

  • Die Kaution muss verzinst und getrennt vom übrigen Vermögen des Vermieters / Hauptmieters verwahrt werden (Mietkautionssparbuch)
  • Beim Auszug bekommst du sie zurück – abzüglich nachgewiesener Schäden, die über normale Abnutzung hinausgehen
  • Die Rückzahlung erfolgt in der Regel innerhalb von 6 Monaten nach Auszug, teilweise dauert es länger, wenn etwa noch eine Stromabrechnung aussteht
  • Bei Untermiete läuft die Kaution oft inoffiziell zwischen Hauptmieter und Untermieter – hier gilt es besonders, schriftlich zu fixieren, was vereinbart wurde

Die häufigsten WG-Konflikte – und wie ihr sie verhindert

1. Putzen

Der Klassiker. Lösung: ein klarer Putzplan, der für alle gilt, mit fixen Verantwortungen. „Diese Woche bist du dran fürs Bad“ ist konkreter als „Wir putzen alle gemeinsam“.

2. Geld

Wer hat das Klopapier gekauft, wer das Spülmittel? Lösung: Eine Haushaltskasse oder eine App wie Splitwise oder Tricount. Jede Ausgabe wird eingetragen, am Monatsende rechnet ihr automatisch aus, wer wem wie viel schuldet.

3. Besuch und Beziehungspersonen

Wenn die Freundin oder der Freund praktisch dauerhaft mit einzieht, ohne anteilig Miete zu zahlen, fühlen sich die anderen oft ausgenutzt. Lösung: Klare Vereinbarung, ab wann „Übernachtungsbesuch“ zu „praktisch wohnt hier“ wird. Faustregel: mehr als 3 Nächte pro Woche dauerhaft = anteilige Miete.

4. Lautstärke und Schlafzeiten

WG-typischer Konflikt zwischen Frühaufsteherinnen und Nachtmenschen. Lösung: gegenseitige Abklärung, vielleicht Kopfhörer-Pflicht ab 22 Uhr in den Gemeinschaftsräumen, oder ein Quiet-Hour-Wochenmuster.

5. Essen und Kühlschrank

„Wer hat meine Joghurts gegessen?“ Lösung: Klar markieren, wem was gehört, oder ein Modell mit gemeinsamen Grundvorräten (Pasta, Reis, Olivenöl, Klopapier) und persönlichen Lebensmitteln, die nicht angetastet werden.

WG-Sitzungen – das unterschätzte Werkzeug

Funktionierende WGs haben oft regelmäßige WG-Sitzungen – alle 2-4 Wochen, eine halbe Stunde, Kaffee dabei. Themen: Was läuft, was nervt, was muss organisiert werden? Konflikte werden früh angesprochen, statt sich Wochen anzustauen. Das klingt nach Bürokratie, ist aber das Gegenteil: Eine 30-Minuten-Sitzung erspart 5 Stunden Streit später.

Wenn jemand auszieht – der heikle Wechsel

Was tun, wenn Mitbewohner:in X nach einem halben Jahr wieder geht? Hängt vom Vertragsmodell ab:

  • Bei mehreren Hauptmieter:innen: Auszug erfordert Zustimmung des Vermieters und der anderen Mitmieter:innen. Manche Vermieter sind kooperativ, manche nutzen das, um die Miete zu erhöhen oder andere Änderungen durchzudrücken
  • Bei Hauptmieter + Untermieter-Modell: Untermieter:innen können einfacher kündigen, der Hauptmieter sucht Nachfolge. Der Hauptmieter:in hat aber selbst kaum Wechsel-Möglichkeit, weil sie:er gegenüber dem Vermieter im Wort steht
  • Bei Einzelverträgen: Jede:r kündigt unabhängig – unkomplizierteste Variante

Wichtig: Klärt schon beim Einzug, wie ihr im Falle eines Auszugs vorgeht. Schreibt es schriftlich fest, etwa in einer WG-Vereinbarung neben dem Mietvertrag.

Was tun, wenn die WG nicht funktioniert?

Manchmal merkst du nach drei Monaten: Das passt nicht. Egal wie sympathisch alle waren beim Casting, der Alltag funktioniert nicht. Was du tun kannst:

  • Sprich es offen an. Manchmal liegt es an einzelnen Punkten, die sich ändern lassen
  • Frag nach einer WG-Sitzung, in der jede:r ehrlich sagt, was sie:er braucht
  • Wenn nichts hilft, plane den Auszug strukturiert: Wann ist der nächste Vertragsbruch möglich? Welches Stadium hat die Wohnungssuche?
  • Bei massiven Problemen (Mobbing, übergriffiges Verhalten) hol dir Hilfe. Die Arbeiterkammer berät kostenlos zu Mietverhältnissen, Mietervereinigung ebenso

Erste WG-Tage – die ersten zwei Wochen

Wenn du frisch eingezogen bist, entscheiden die ersten Wochen oft über das ganze WG-Verhältnis. Was hilft:

  • Stell dich aktiv vor. Geh durch die Wohnung, sag Hallo, frag, ob du beim Einkaufen etwas mitbringen sollst. Niemand mag den Mitbewohner, der drei Wochen unsichtbar ist.
  • Übernimm freiwillig eine Aufgabe. Spül die Geschirrspülmaschine aus, ohne dass jemand fragt. Klein, aber sehr deutlich als Signal: Ich bin verlässlich.
  • Lerne den Putzplan. Mach deine erste Putzwoche besonders gründlich. Eindrücke der ersten Wochen halten lange.
  • Frag, statt anzunehmen. Was läuft in dieser WG anders, als du es kennst? Wie wird Müll getrennt, wo werden Pakete entgegengenommen, wer macht Großeinkauf?
  • Sei ehrlich über Eigenheiten. Wenn du sehr früh aufstehst oder oft Besuch hast, sag das von Anfang an, anstatt es zu vertuschen, bis es Konflikt gibt.

Energiekosten und Vertrag – was du selbst regeln musst

Strom, Gas und Internet laufen meist über die WG, aber die Modalitäten unterscheiden sich:

  • Strom: Meist hat eine Person den Vertrag, alle anderen zahlen anteilig. Bei großen Verbrauchsunterschieden (Gaming-PC vs. Buchleser) kann ein gemeinsamer Stromzähler-Stand-Vergleich Konflikte vermeiden
  • Internet: Glasfaser oder Kabel, monatlich 30-50 €, geteilt durch alle. Wer ausgezogen ist, sollte aus dem Vertrag genommen werden
  • GIS / ORF-Beitrag: Pro Wohnung fällig, gemeinsam zu zahlen. Kann von der Beitragspflicht befreit werden, wenn alle Bewohner:innen bestimmte Voraussetzungen erfüllen
  • Versicherung: Eine gemeinsame Haushaltsversicherung deckt alle ab, ist meist günstiger als Einzelpolicen

Studierendenheime – die unterschätzte Alternative

Ein Studierendenheim ist faktisch eine professionell organisierte WG. Du hast ein eigenes Zimmer, oft mit Bad, gemeinschaftliche Küche und Aufenthaltsräume, klare Hausregeln, einen Hausverwalter als Ansprechperson. Vorteile: Keine Konflikte mit Mitbewohner:innen über Putzen oder Geld, alles ist organisiert. Nachteile: Weniger Privatsphäre, weniger „echtes“ Zuhause-Gefühl. Träger sind etwa Akademikerhilfe, OeAD-Wohnraumverwaltung, ÖJAB, Home4Students oder STARTwien. Preise: 250-500 € pro Monat.

Versicherungen – was du wirklich brauchst

Eine Haushaltsversicherung ist in WGs häufig sinnvoll. Sie deckt Schäden an deinem Eigentum (Diebstahl, Wasserschaden, Brand) und enthält fast immer eine Privathaftpflicht, die zahlt, wenn du anderen Schaden zufügst. Kosten: 50-150 € pro Jahr, je nach Anbieter und Wohnungsgröße. Mehr dazu in unserem Artikel Versicherungen unter 25 – was du wirklich brauchst.

WG ist mehr als ein günstiges Wohnmodell

Eine gute WG ist eine der besten Erfahrungen, die man Anfang 20 machen kann. Du sparst Geld, lernst mit Menschen zu leben, die nicht deine Familie sind, baust dein Netzwerk auf und sammelst Geschichten. Eine schlechte WG dagegen frisst Energie, vergiftet das Wohnen und kostet im Zweifel viel – in Zeit, Nerven und manchmal Geld.

Was den Unterschied macht: ehrliches Casting, klare Verträge, transparente Kommunikation und die Bereitschaft, Konflikte früh anzusprechen. WG-Wohnen ist kein Selbstläufer – aber wenn ihr es richtig anpackt, ist es das Wohnmodell, in dem viele am liebsten zurückblicken.

Mehr Wohn- und Geldthemen: Erste eigene Wohnung – was sie wirklich kostet, Budgetplaner für Jugendliche.

FAQ – die häufigsten Fragen rund um WG-Wohnen

Brauche ich einen Meldezettel für die WG-Wohnung? Ja, in Österreich besteht Meldepflicht innerhalb von 3 Tagen nach Bezug. Du brauchst einen Meldezettel, den der Hauptmieter oder Vermieter unterschreibt. Damit meldest du dich beim Gemeindeamt um.

Was ist mit Familienbeihilfe und Wohnbeihilfe in der WG? Familienbeihilfe bekommst du auch, wenn du in einer WG wohnst (bis 24 in Ausbildung). Wohnbeihilfe in Wien ist möglich, wenn dein Einkommen niedrig ist und der Mietvertrag auf dich läuft – bei Untermiete gibt es Einschränkungen, in den anderen Bundesländern variieren die Regeln.

Darf ich in einer WG ein Haustier halten? Hängt vom Mietvertrag und vom Einverständnis aller Mitbewohner:innen ab. Klärt das vor dem Einzug – eine Katze nach drei Monaten reinzuschmuggeln, ist der schnellste Weg zum WG-Krieg.

Kann ich meine WG über Airbnb untervermieten, wenn ich im Ausland bin? In den meisten Mietverträgen ist das verboten. Bei Erlaubnis braucht es das Einverständnis aller WG-Bewohner:innen und meist auch des Vermieters. Bei Verstoß droht Vertragsauflösung.

Was passiert mit der Kaution, wenn ich aus der WG ausziehe? Bei Hauptmiete: Vermieter prüft die Wohnung, dokumentiert mögliche Schäden und überweist die Restkaution zurück. Bei Untermiete: Der Hauptmieter behandelt deine Kaution analog. Idealerweise macht ihr ein Übergabeprotokoll mit Fotos beim Einzug und beim Auszug, um Streit zu vermeiden.

Wer haftet bei Schäden, die andere WG-Mitglieder verursacht haben? Bei mehreren Hauptmieter:innen haftet ihr alle gemeinsam. Im Innenverhältnis kann eine Person, die nichts dafür kann, von der Verursacher:in Schadenersatz fordern. Eine gemeinsame Haushaltsversicherung mit Privathaftpflicht hilft hier oft.

Was, wenn der Vermieter den Mietvertrag kündigt? Bei einem geltenden unbefristeten Hauptmietvertrag im Vollanwendungsbereich des Mietrechtsgesetzes braucht der Vermieter wichtige Gründe für die Kündigung (z. B. Eigenbedarf, ständige Vertragsverletzung). Bei befristeten Verträgen läuft der Vertrag mit Ende der Befristung aus – Verlängerung muss der Vermieter zustimmen. Im Streit hilft die Mietervereinigung oder die Arbeiterkammer.

Lohnt sich eine WG auch noch mit 30+? Ja, wenn die Lebensphase passt. Viele Großstadt-Erwachsene leben bewusst in WGs – für die Gemeinschaft, das Geld oder weil sie viel reisen und nicht ständig alleine wohnen wollen. Es gibt sogar Senioren-WGs als Modell. WG ist nicht nur ein Studierenden-Phänomen.