Endlich unabhängig. Aber auch endlich richtig teuer. Wir rechnen durch, was auf dich zukommt – vom Führerschein bis zum Pickerl.
Der Führerschein ist in der Tasche, die Freiheit ruft. Endlich nicht mehr auf den Bus warten, endlich nicht mehr die Eltern anbetteln, ob sie dich wo hinfahren. Aber bevor du dir jetzt den erstbesten Gebrauchtwagen auf willhaben schnappst: Es gibt einiges, was du vorher wissen solltest. Denn ein Auto kostet nicht nur beim Kauf Geld – sondern jeden einzelnen Monat danach.
Schritt 1: Der Führerschein – was er kostet und welche Wege es gibt
Bevor du überhaupt ans Steuer darfst, brauchst du den Führerschein der Klasse B. In Österreich gibt es dafür drei Wege: die klassische Vollausbildung, die duale Ausbildung (mit Übungsfahrten im Privatfahrzeug) und den beliebten L17.
L17 – ab 17 allein unterwegs
Die meisten Jugendlichen entscheiden sich für den L17, die vorgezogene Lenkberechtigung. Du startest die Ausbildung mit 15,5 Jahren in der Fahrschule und darfst ab deinem 17. Geburtstag allein fahren. Der Haken: Du musst 3.000 Kilometer Ausbildungsfahrten mit einer eingetragenen Begleitperson absolvieren, aufgeteilt in drei Blöcke zu je 1.000 Kilometer. Das kostet Zeit, Nerven und Sprit.
Preislich musst du mit 1.500 bis 2.300 Euro für die gesamte L17-Ausbildung rechnen. Die Kosten variieren stark je nach Bundesland und Fahrschule. In Wien sind die Fahrschulen tendenziell günstiger als in Vorarlberg oder Tirol. Laut einer Erhebung der Arbeiterkammer OÖ liegt der Preisunterschied zwischen der billigsten und teuersten Fahrschule bei über 500 Euro – allein innerhalb eines Bundeslandes.
| Kostenposten | Kosten (ca.) |
|---|---|
| Fahrschulpaket (Theorie + Praxis) | 1.200 – 2.000 Euro |
| Erste-Hilfe-Kurs | 50 – 70 Euro |
| Ärztliches Gutachten | 35 – 50 Euro |
| Behördengebühren (inkl. Scheckkartenführerschein) | ca. 160 Euro |
| 2 Perfektionsfahrten (nach der Prüfung) | 140 – 280 Euro |
| Fahrsicherheitstraining (Pflicht im 1. Jahr) | ca. 100 Euro |
| Sprit für 3.000 km Übungsfahrten (bei L17) | ca. 250 – 350 Euro |
| Eventuelle Zusatzfahrstunden (60-100 Euro/Stk.) | variabel |
| Gesamt Führerschein | 1.800 – 2.900 Euro |
Nicht vergessen: Nach der Prüfung ist es noch nicht vorbei. Die Mehrphasenausbildung schreibt vor, dass du innerhalb des ersten Jahres zwei Perfektionsfahrten und ein Fahrsicherheitstraining absolvierst. Versäumst du das, wird dein Führerschein eingezogen – und die Probezeit verlängert sich.
Probezeit – drei Jahre aufpassen
Jeder Führerschein-Neuling bekommt in Österreich eine dreijährige Probezeit. In dieser Zeit gilt: null Promille (statt 0,5), und bei schweren Verstößen wie Handybenutzung am Steuer, Geschwindigkeitsübertretungen oder Vorrangverletzungen wird eine kostenpflichtige Nachschulung angeordnet. Die Probezeit verlängert sich dann um ein weiteres Jahr. Das geht nicht nur ins Geld, sondern auch auf die Nerven.
Schritt 2: Ein Auto finden – Gebrauchtwagen-Guide
Für die meisten Jugendlichen und jungen Erwachsenen ist ein Neuwagen schlicht nicht leistbar. Die realistische Option heißt: Gebrauchtwagen. Plattformen wie willhaben.at, autoscout24.at oder der Gebrauchtwagenteil von Händlern sind die üblichen Anlaufstellen. Aber Vorsicht – beim Gebrauchtwagenkauf lauern einige Fallen.
Worauf du beim Kauf achten musst
Probefahrt: Lass dich nie auf einen Kauf ohne Probefahrt ein. Achte auf ungewöhnliche Motor- und Schaltgeräusche, ob die Bremsen sauber greifen und wie sich das Lenkrad anfühlt. Fahr verschiedene Geschwindigkeiten und teste die Autobahn.
Pickerl-Gutachten prüfen: Lass dir das aktuelle §57a-Gutachten zeigen. Stehen dort leichte Mängel, die noch nicht behoben wurden? Ein gültiges Pickerl heißt nur, dass das Auto zum Zeitpunkt der letzten Überprüfung keine schweren Mängel hatte – nicht, dass alles perfekt ist. Ältere Gutachten geben dir einen guten Überblick über die Fahrzeuggeschichte.
Typenschein und Serviceheft: Der Typenschein ist das „Geburtsdokument“ des Autos. Ohne Typenschein keine Zulassung. Das Serviceheft zeigt, ob das Auto regelmäßig gewartet wurde. Lücken im Serviceheft sind ein Warnsignal.
Lackschäden und Rost: Schau dir das Auto bei Tageslicht an. Farbunterschiede an Kotflügeln oder Türen deuten auf Nachlackierungen und damit möglicherweise auf einen Unfallschaden hin. Rost an Schwellern, Radkästen und Unterboden ist bei älteren Autos normal – aber wenn es zu viel wird, ist das Auto bald reif für den Schrottplatz.
Kaufüberprüfung: Wenn du auf Nummer sicher gehen willst, nimm das Auto vor dem Kauf zum ARBÖ-Kauftest oder zur ÖAMTC-Kaufüberprüfung. Dort checken Profis über 150 Positionen – deutlich mehr als beim normalen Pickerl. Kostet zwischen 60 und 100 Euro, kann dir aber Tausende Euro an bösen Überraschungen ersparen.
Kaufvertrag – unbedingt schriftlich
Kaufe nie ein Auto ohne schriftlichen Kaufvertrag. Beim Kauf von privat gibt es keinen gesetzlichen Gewährleistungsanspruch, wenn dieser im Vertrag ausgeschlossen wird – was bei Privatkäufen fast immer der Fall ist. Beim Händlerkauf hast du hingegen zwei Jahre Gewährleistung. Musterkaufverträge findest du kostenlos beim ÖAMTC oder ARBÖ.
Was für ein Auto soll es sein?
Klar, jeder träumt vom coolen Sportwagen. Aber dein erstes Auto sollte vor allem drei Dinge sein: günstig in der Versicherung, sparsam beim Sprit und verlässlich. Kleine Autos mit wenig PS (um die 60-80 kW) sind perfekt: niedrigere Versicherungssteuer, weniger Verbrauch, günstigere Reifen und Ersatzteile.
Beliebte Erstfahrzeuge in Österreich sind zum Beispiel: VW Polo, Opel Corsa, Ford Fiesta, Skoda Fabia oder Seat Ibiza. Gebraucht mit 3-8 Jahren und 50.000 bis 100.000 Kilometer auf dem Tacho bekommst du solche Autos ab rund 5.000 bis 10.000 Euro.
Schritt 3: Auto anmelden – was du brauchst
Du hast ein Auto gefunden und den Kaufvertrag unterschrieben. Bevor du losfahren darfst, muss das Fahrzeug zugelassen werden. Dafür brauchst du:
Eine Kfz-Haftpflichtversicherung – ohne die geht gar nichts (dazu gleich mehr). Dein Versicherer stellt dir eine elektronische Versicherungsbestätigung aus, die du bei der Zulassungsstelle brauchst. Dann das Pickerl-Gutachten (§57a), den Typenschein, den Kaufvertrag und einen Lichtbildausweis. Bei der Zulassungsstelle (oder bei vielen Versicherungsmaklern, die das gleich miterledigen) bekommst du dann die Kennzeichentafeln.
Die Zulassung selbst kostet rund 220 Euro (Verwaltungsgebühren plus Kennzeichen). Wenn du Wunschkennzeichen möchtest, kommen nochmal rund 250 Euro dazu.
Schritt 4: Versicherung – der teuerste laufende Posten
Die Kfz-Versicherung ist für Fahranfänger ein echtes Problem. Denn: Du bist für die Versicherung ein hohes Risiko. Statistisch verursachen junge Fahrer mehr Unfälle als erfahrene, und die Versicherungen lassen sich das bezahlen.
Das Bonus-Malus-System
In Österreich funktioniert die Kfz-Haftpflicht nach dem Bonus-Malus-System. Als Fahranfänger wirst du in Stufe 9 eingestuft – die teuerste Stufe. Mit jedem unfallfreien Jahr rückst du eine Stufe nach unten, und die Prämie sinkt. Ein Unfall kann dich aber gleich mehrere Stufen nach oben katapultieren. In Stufe 0 (der günstigsten) zahlst du nur noch einen Bruchteil der Anfangsprämie.
Welche Versicherung brauchst du?
Haftpflichtversicherung: Gesetzlich vorgeschrieben. Deckt Schäden ab, die du anderen zufügst – Personen, Fahrzeuge, Gebäude. Ohne Haftpflicht kein Kennzeichen.
Teilkasko: Deckt zusätzlich Schäden am eigenen Auto durch Diebstahl, Hagel, Wildunfälle, Steinschlag oder Marderbiss. Optional, aber bei einem wertvolleren Gebrauchtwagen sinnvoll.
Vollkasko: Alles von der Teilkasko plus selbstverschuldete Unfallschäden. Für ein billiges Erstauto meistens übertrieben – die Prämie frisst den Wert des Autos schnell auf.
Faustregel: Bei einem Gebrauchtwagen unter 5.000 Euro reicht die Haftpflicht, eventuell mit Teilkasko. Vollkasko lohnt sich erst bei Autos, die du dir nicht leisten könntest, nochmal zu kaufen.
Was zahlst du als Fahranfänger?
Die Kosten hängen stark vom Auto (vor allem von der Motorleistung in kW), deinem Alter und deinem Wohnort ab. Als grobe Orientierung: Für einen Kleinwagen mit rund 70 kW zahlst du als 18-Jähriger in Stufe 9 zwischen 1.000 und 2.000 Euro pro Jahr allein für die Haftpflicht – inklusive motorbezogener Versicherungssteuer. Bei einem stärkeren Auto kann das schnell auf 2.500 Euro und mehr steigen.
Nutze unbedingt einen Versicherungsvergleich bevor du dich entscheidest. Der Preisunterschied zwischen Versicherungen kann mehrere Hundert Euro pro Jahr ausmachen.
Spartipps bei der Versicherung
Zweitwagenregelung: Wenn deine Eltern bereits ein versichertes Auto haben, kannst du dein Fahrzeug als Zweitwagen anmelden. Viele Versicherer stufen den Zweitwagen dann günstiger ein.
Bonus übernehmen: Manche Versicherer erlauben es, Bonusstufen von Eltern oder Großeltern zu übernehmen. Das kann die Prämie massiv senken. Frag aktiv danach.
Fixprämie statt Bonus-Malus: Einige Versicherer bieten Fixprämien an, die nicht an das Bonus-Malus-System gekoppelt sind. Für Fahranfänger können diese günstiger sein – aber vergleich genau, wie sich die Prämie in den Folgejahren entwickelt.
Wenig PS: Je weniger kW dein Auto hat, desto weniger zahlst du bei Versicherung und motorbezogener Versicherungssteuer. Ein Auto mit 55 kW statt 90 kW kann dich pro Jahr mehrere Hundert Euro weniger kosten.
Schritt 5: Die laufenden Kosten – hier geht das Geld hin
Der Kaufpreis ist eine einmalige Sache. Was dich wirklich belastet, sind die laufenden Kosten. Und die unterschätzen die meisten komplett. Ein neues Auto in Österreich kostet im Schnitt rund 1.100 Euro pro Monat – allerdings bezieht sich das auf neuere Fahrzeuge. Mit einem älteren Gebrauchtwagen kommst du günstiger weg, aber auch hier läppert sich einiges zusammen.
Monatliche und jährliche Kosten im Überblick
| Kostenposten | Kosten pro Jahr (ca.) | Kosten pro Monat (ca.) |
|---|---|---|
| Versicherung (Haftpflicht, Stufe 9) | 1.000 – 2.000 Euro | 85 – 165 Euro |
| Sprit (10.000 km, 7 l/100 km, 1,50 Euro/l) | ca. 1.050 Euro | ca. 88 Euro |
| Vignette | 106,80 Euro | ca. 9 Euro |
| Pickerl (§57a-Überprüfung) | 50 – 120 Euro | ca. 4 – 10 Euro |
| Service / Ölwechsel | 200 – 400 Euro | ca. 17 – 33 Euro |
| Reifen (Kauf + Wechsel alle 2-3 Jahre) | 150 – 300 Euro | ca. 13 – 25 Euro |
| Reparaturen (Durchschnitt) | 300 – 800 Euro | ca. 25 – 67 Euro |
| Parkgebühren (je nach Wohnort) | 0 – 1.200 Euro | 0 – 100 Euro |
| ÖAMTC/ARBÖ-Mitgliedschaft | ca. 70 – 140 Euro | ca. 6 – 12 Euro |
| Gesamt (realistisch, Kleinwagen) | 3.000 – 5.500 Euro | 250 – 460 Euro |
Lies das nochmal. Auch im günstigsten Fall zahlst du rund 250 Euro pro Monat, nur damit dein Auto fahrtüchtig und legal auf der Straße steht. In Wien oder anderen Städten mit Kurzparkzonen oder teurem Parkpickerl kann es deutlich mehr sein. Das sind Beträge, die du neben deinen Abos und normalen Lebenshaltungskosten stemmen musst.
Spritkosten – so rechnest du richtig
Super-Benzin kostet in Österreich aktuell rund 1,45 Euro pro Liter, Diesel circa 1,47 Euro (Stand: Februar 2026). Ein Kleinwagen verbraucht im Schnitt 6 bis 8 Liter auf 100 Kilometer. Wenn du 10.000 Kilometer im Jahr fährst (das ist nicht viel), kommst du auf rund 1.000 Euro Spritkosten.
Tipp: Spritsparend fahren lernen. Vorausschauend bremsen, nicht zu hochtourig fahren, Reifendruck regelmäßig kontrollieren. Das kann den Verbrauch um 10 bis 20 Prozent senken. Und: Vergleich die Tankstellen in deiner Umgebung. Zwischen der teuersten und günstigsten Tankstelle in einem Bezirk liegen oft 5 bis 10 Cent pro Liter – bei einer Tankfüllung von 40 Litern sind das 2 bis 4 Euro Unterschied. Die ÖAMTC-App und ein Spritpreisrechner helfen beim Vergleichen.
Vignette 2026
Für österreichische Autobahnen und Schnellstraßen brauchst du eine Vignette. Die Jahresvignette für einen PKW kostet 2026 genau 106,80 Euro. Es gibt auch Kurzzeit-Varianten: eine 2-Monats-Vignette oder eine 10-Tages-Vignette. 2026 ist übrigens das letzte Jahr, in dem es die klassische Klebevignette gibt – ab 2027 wird alles digital. Du kannst die Vignette schon jetzt als Digitalvignette kaufen, zum Beispiel auf der ASFINAG-Webseite.
Das Pickerl – die §57a-Überprüfung
Jedes Auto muss in Österreich regelmäßig auf Verkehrs- und Betriebssicherheit überprüft werden. Das ist die sogenannte §57a-Begutachtung, umgangssprachlich „Pickerl“ genannt.
Die Faustregel lautet 3-2-1: Erste Überprüfung drei Jahre nach Erstzulassung, die zweite zwei Jahre danach, und dann jedes Jahr. Wenn du einen fünf Jahre alten Gebrauchtwagen kaufst, steht das Pickerl also jedes Jahr an.
Die Überprüfung kostet je nach Werkstatt zwischen 50 und 120 Euro. Werden Mängel festgestellt, kommen die Reparaturkosten dazu – und die können bei älteren Autos schnell dreistellig werden. Ohne gültiges Pickerl darfst du nicht fahren. Die Strafe kann bis zu 5.000 Euro betragen, im Extremfall bis zu 10.000 Euro.
Der Gesamtkostencheck: Was dich dein erstes Auto im ersten Jahr kostet
Rechnen wir ein realistisches Szenario durch: Du bist 18, hast gerade den L17-Führerschein gemacht und kaufst dir einen gebrauchten VW Polo (70 kW, 6 Jahre alt, 60.000 km) für 7.000 Euro.
| Position | Kosten (1. Jahr) |
|---|---|
| Kaufpreis Gebrauchtwagen | 7.000 Euro |
| Zulassung + Kennzeichen | ca. 220 Euro |
| Versicherung (Haftpflicht + Teilkasko, Stufe 9) | ca. 1.500 Euro |
| Sprit (10.000 km) | ca. 1.050 Euro |
| Vignette | 106,80 Euro |
| Pickerl + kleines Service | ca. 250 Euro |
| Winterreifen (Satz gebraucht) | ca. 200 Euro |
| ÖAMTC-Mitgliedschaft | ca. 80 Euro |
| Puffer für Reparaturen | ca. 500 Euro |
| Gesamtkosten im ersten Jahr | ca. 10.900 Euro |
| Davon laufende Kosten (ohne Kaufpreis) | ca. 3.900 Euro (= 325 Euro/Monat) |
Fast 11.000 Euro im ersten Jahr. Davon gut 7.000 Euro einmalig und rund 325 Euro pro Monat laufend. Und das ist ein günstiges Szenario mit einem bescheidenen Auto ohne teure Reparaturen. Überleg dir also vorher gut, ob du dir das leisten kannst – oder ob es bessere Alternativen gibt.
Alternativen zum eigenen Auto
Ein eigenes Auto ist nicht die einzige Möglichkeit, mobil zu sein. Je nachdem, wo du wohnst, gibt es Optionen, die deutlich günstiger kommen:
Klimaticket Österreich: Für 1.400 Euro pro Jahr (Stand 2026) fährst du mit allen Öffis durchs ganze Land. Das ist weniger als die Versicherung allein für dein Auto kostet. Für unter 26 gibt es je nach Bundesland oft vergünstigte Tickets.
Carsharing: In Städten wie Wien, Graz oder Linz gibt es Anbieter wie ELOOP, SHARE NOW oder Stadtauto. Du zahlst nur, wenn du fährst – kein Pickerl, keine Versicherung, kein Reifenwechsel.
Auto der Eltern mitnutzen: Wenn ein Familienauto vorhanden ist, kannst du dich an den Kosten beteiligen. Oft ist das der günstigste Weg zur Mobilität – besonders in der Probezeit, wo du sowieso vorsichtig fahren solltest.
Kombination: Öffis für den Alltag, Carsharing oder Mietwagen für besondere Anlässe. Das ist in vielen Fällen nicht nur günstiger, sondern auch stressfreier als ein eigenes Auto.
Natürlich: Wenn du am Land wohnst und der nächste Bus einmal pro Stunde fährt, sieht die Rechnung anders aus. Dann ist ein Auto oft alternativlos. Aber auch dann lohnt es sich, genau durchzurechnen, was du dir leisten kannst – und was nicht.
Checkliste: Gebrauchtwagenkauf
Vor der Besichtigung:
☐ Budget festlegen (Kaufpreis + laufende Kosten einrechnen)
☐ Versicherung vorab kalkulieren (durchblicker.at)
☐ Fahrzeughistorie online recherchieren (wenn möglich)
Bei der Besichtigung:
☐ Auto bei Tageslicht ansehen
☐ Lack auf Farbunterschiede prüfen (Unfallschäden?)
☐ Rost an Schwellern, Radkästen, Unterboden kontrollieren
☐ Reifenprofil checken (mindestens 4 mm)
☐ Alle Lichter, Blinker, Scheibenwischer testen
☐ Kilometerstand mit Serviceheft vergleichen
☐ §57a-Gutachten (Pickerl) zeigen lassen
☐ Typenschein und Serviceheft vorhanden?
Bei der Probefahrt:
☐ Motor im Kaltzustand starten (springt er sofort an?)
☐ Auf Motorgeräusche achten
☐ Schaltung und Kupplung testen
☐ Bremsen (auch stärker) prüfen
☐ Verschiedene Geschwindigkeiten fahren
☐ Klimaanlage und Heizung testen
Vor dem Kauf:
☐ Kaufüberprüfung beim ÖAMTC oder ARBÖ (empfohlen)
☐ Schriftlichen Kaufvertrag aufsetzen
☐ Alle Unterlagen übergeben bekommen (Typenschein, Gutachten, Schlüssel)
FAQ – Häufige Fragen zum ersten Auto
Ab wann darf ich in Österreich allein Auto fahren?
Mit dem L17-Führerschein ab 17 Jahren, mit der regulären Klasse B ab 18. In beiden Fällen gilt eine dreijährige Probezeit mit 0,0 Promille und verschärften Regeln bei Verstößen.
Wie viel sollte mein erstes Auto kosten?
Ein realistisches Budget für einen soliden Gebrauchtwagen liegt zwischen 3.000 und 10.000 Euro. Rechne aber unbedingt die laufenden Kosten dazu. Ein Auto für 3.000 Euro mit hohen Reparaturkosten kann teurer kommen als eines für 7.000 Euro, das verlässlich läuft.
Brauche ich eine ÖAMTC- oder ARBÖ-Mitgliedschaft?
Pflicht ist sie nicht. Aber gerade mit einem älteren Auto ist eine Pannenhilfe-Mitgliedschaft Gold wert. Wenn du mit einer Panne auf der Autobahn stehst und den Abschleppdienst selbst zahlst, bist du schnell bei 200-300 Euro. Die Mitgliedschaft kostet rund 70 bis 140 Euro im Jahr und deckt solche Fälle ab.
Kann ich das Auto meiner Eltern auf mich versichern?
Du kannst ein Auto, das dir gehört, auf dich versichern lassen. Wenn das Auto deinen Eltern gehört und du es regelmäßig fährst, sollte das der Versicherung gemeldet werden. Fährst du ohne Wissen der Versicherung, kann die im Schadensfall Probleme machen.
Lohnt sich ein Diesel oder Benziner als Erstauto?
Für Wenigfahrer (unter 15.000 km pro Jahr) ist ein Benziner meistens günstiger. Diesel lohnt sich erst bei höheren Fahrleistungen, weil die Anschaffung und Versicherung oft teurer sind. Elektroautos sind für Fahranfänger preislich noch selten eine Option, es sei denn, du findest einen günstigen Gebrauchten.
Was passiert, wenn ich mit dem Auto meines Freundes fahre und einen Unfall baue?
Die Haftpflichtversicherung des Fahrzeughalters zahlt Schäden an Dritten. Aber: Die eigene Versicherung des Halters kann sich den Schaden unter Umständen von dir zurückholen (Regress), besonders wenn der Versicherungsvertrag den Fahrerkreis einschränkt. Also: Vorher abklären, ob du im Versicherungsschutz eingeschlossen bist.
So machst du es richtig
Ein eigenes Auto gibt dir Freiheit. Aber diese Freiheit hat ihren Preis, und der ist höher, als die meisten denken. Rechne ehrlich durch, was du dir leisten kannst. Ein Auto, das du dir eigentlich nicht leisten kannst, macht keinen Spaß – sondern Stress. Und wenn du merkst, dass das Budget knapp wird: Lieber ein kleineres Auto, lieber mal den Bus nehmen, lieber clever sparen, bevor du dich in eine Schuldenfalle manövrierst.
Dein erstes Auto muss kein Traumauto sein. Es muss dich zuverlässig von A nach B bringen. Alles andere kommt später, wenn du mehr verdienst und weniger für die Versicherung zahlst.