Streaming, Gaming und Abos – wie viel gibst du wirklich pro Monat aus?

Netflix, Spotify, Game Pass, V-Bucks – klingt einzeln nicht nach viel. Zusammengerechnet wird’s teuer. Wir machen den Kassasturz.

12,99 Euro hier, 8,99 Euro da, zwischendurch ein Battle Pass für 10 Euro. Klingt alles harmlos. Aber wenn du mal ehrlich zusammenrechnest, was du jeden Monat für Streaming, Musik, Gaming und sonstige Abos ausgibst, wirst du dich wahrscheinlich wundern.

Wir haben uns die aktuellen Preise in Österreich angesehen, durchgerechnet und ein paar Szenarien aufgestellt. Damit du weißt, wo dein Geld hingeht – und wo du sparen kannst, ohne auf alles verzichten zu müssen.

Was kostet was? Die wichtigsten Abos im Überblick

Video-Streaming: Netflix, Disney+ und Co.

Streaming-Dienste haben in den letzten Jahren kräftig an der Preisschraube gedreht. Was 2020 noch unter 10 Euro lag, kratzt mittlerweile an der 20-Euro-Marke. Hier die aktuellen Preise für Österreich (Stand: Februar 2026):

DienstGünstigstes AboMittleres AboTeuerstes Abo
Netflix8,99 Euro (Standard mit Werbung)13,99 Euro (Standard)19,99 Euro (Premium, 4K)
Disney+6,99 Euro (Standard mit Werbung)10,99 Euro (Standard)15,99 Euro (Premium, 4K)
Amazon Prime Video8,99 Euro (im Prime-Abo enthalten) oder 4,99 Euro (nur Video)
YouTube Premium13,99 Euro (Einzelabo)23,99 Euro (Familienabo, bis 6 Personen)

Alle Dienste werden monatlich abgerechnet. Bei Disney+ und Amazon Prime kannst du auch ein Jahresabo abschließen und sparst dabei rund zwei Monatsgebühren. Bei Netflix gibt es diese Option nicht.

Auffällig: Netflix und Disney+ bieten mittlerweile Abos mit Werbung an. Klingt nervig, spart aber pro Monat ein paar Euro. Und wenn wir ehrlich sind – die Werbeunterbrechungen sind deutlich kürzer als im klassischen Fernsehen.

Musik-Streaming: Spotify, Apple Music und YouTube Music

Ohne Musik geht gar nichts. Aber auch hier wird es laufend teurer. Spotify hat die Preise in Österreich zuletzt im Herbst 2025 erhöht – zum dritten Mal in drei Jahren.

DienstGratisEinzelaboStudentDuo / Family
SpotifyJa (mit Werbung)12,99 Euro6,99 Euro16,99 / 20,99 Euro
Apple MusicNein10,99 Euro5,99 Euro16,99 Euro (Family)
YouTube MusicJa (mit Werbung)10,99 Euro5,49 Euro16,99 Euro (Family)

Wichtig: Bei Spotify gibt es eine brauchbare Gratis-Version mit Werbung und eingeschränktem Offline-Modus. Für viele reicht das vollkommen. YouTube Music ist im YouTube Premium Abo enthalten – wer also YouTube ohne Werbung will und zusätzlich Musik streamt, fährt damit besser als mit zwei getrennten Abos.

Gaming-Abos: PlayStation Plus und Xbox Game Pass

Wer online spielen will, kommt um ein Gaming-Abo fast nicht herum. Besonders auf der PlayStation brauchst du PlayStation Plus, um überhaupt online gegen andere spielen zu können.

DienstBasisMittelVollversion
PS Plus8,99 Euro (Essential)13,99 Euro (Extra)16,99 Euro (Premium)
Xbox Game Pass8,99 Euro (Essential)12,99 Euro (Premium)26,99 Euro (Ultimate)
Nintendo Switch Online3,99 Euro6,66 Euro (Erweiterungspaket)

Tipp: Bei PlayStation Plus und Xbox Game Pass gibt es Jahresabos, die deutlich günstiger sind als die monatliche Zahlung. PS Plus Essential kostet im Jahresabo 59,99 Euro – das sind 5 Euro pro Monat statt 8,99 Euro. Der Haken: Du musst den ganzen Betrag auf einmal zahlen. Wenn du das Geld hast, lohnt sich das aber auf jeden Fall.

Nintendo Switch Online ist mit Abstand das günstigste Gaming-Abo. Und mit dem Familien-Abo (34,99 Euro pro Jahr für bis zu 8 Accounts) wird es richtig billig, wenn du dir das mit Freunden teilst.

Der Abo-Kassasturz: Drei typische Szenarien

Jetzt wird es spannend. Wir haben drei typische Abo-Kombinationen durchgerechnet, wie sie bei österreichischen Jugendlichen vorkommen könnten:

MinimalistNormal-UserAll-in
VideoNetflix mit Werbung (8,99)Netflix Standard (13,99)Netflix Standard (13,99) + Disney+ (10,99)
MusikSpotify Free (0)Spotify Premium (12,99)Spotify Premium (12,99)
GamingPS Plus Essential (8,99)Xbox Game Pass Ultimate (26,99)
SonstigesYouTube Premium (13,99)
Summe pro Monat8,99 Euro35,97 Euro78,95 Euro
Summe pro Jahr107,88 Euro431,64 Euro947,40 Euro

Lies die Zahlen nochmal. Der „Normal-User“ gibt pro Jahr über 430 Euro nur für Abos aus. Das sind rund 36 Euro im Monat – also der Verdienst von mehreren Stunden Nebenjob. Und beim All-in-Szenario reden wir von fast 950 Euro. Dafür bekommst du locker ein gebrauchtes Moped oder einen soliden Urlaub.

In-App-Käufe: Die unsichtbare Geldfalle

Abos sind das eine. Aber was viele unterschätzen, sind die Ausgaben, die nebenbei anfallen: V-Bucks in Fortnite, Robux in Roblox, Skins in Valorant, FIFA-Points in EA FC. Das sind alles sogenannte In-App-Käufe oder Mikrotransaktionen.

„Mikro“ klingt nach winzig. In Wahrheit gibt der durchschnittliche Gamer deutlich mehr für In-Game-Käufe aus, als er glaubt. Ein Battle Pass kostet typischerweise zwischen 8 und 12 Euro pro Saison, ein einzelner Skin zwischen 5 und 20 Euro. Das summiert sich.

Ein paar Beispiele, was In-Game-Währung in Österreich kostet:

WährungKleinstes PaketMittleres PaketGrößtes Paket
V-Bucks (Fortnite)1.000 für ca. 8 Euro2.800 für ca. 20 Euro13.500 für ca. 80 Euro
Robux (Roblox)400 für ca. 5 Euro1.700 für ca. 20 Euro4.500 für ca. 50 Euro
Valorant Points475 für ca. 5 Euro1.000 für ca. 10 Euro5.350 für ca. 50 Euro

Das Problem: Diese Käufe passieren oft impulsiv. Mal eben 10 Euro für einen Skin, der eine Woche später schon wieder vergessen ist. Wenn du ehrlich bist – weißt du überhaupt, wie viel du im letzten Monat für In-Game-Käufe ausgegeben hast? Die meisten können diese Frage nicht beantworten.

Tipp: Schau dir im App Store (Apple) oder bei Google Play deine Kaufhistorie an. Dort siehst du schwarz auf weiß, was du in den letzten Monaten ausgegeben hast. Bei PlayStation und Xbox findest du das unter den Kontoeinstellungen. Das kann ein echter Augenöffner sein.

Die Abo-Falle: Warum Abos so gefährlich sind

Abos funktionieren nach einem einfachen Prinzip: Du merkst sie nicht. 12,99 Euro werden automatisch abgebucht, Monat für Monat. Du musst nichts tun, nichts bestätigen, nichts entscheiden. Genau das macht sie gefährlich – besonders wenn du gleich mehrere davon laufen hast.

Die häufigsten Abo-Fallen für Jugendliche:

Vergessene Testabos: Du meldest dich für einen Gratismonat bei einem Streaming-Dienst an, vergisst zu kündigen, und zahlst ab dem zweiten Monat den vollen Preis. Das passiert häufiger als du denkst – und die Anbieter setzen genau darauf.

Zombie-Abos: Du nutzt einen Dienst seit Monaten nicht mehr, bezahlst aber weiter. Laut einer Erhebung der Arbeiterkammer wissen viele Jugendliche nicht einmal genau, welche Abos auf ihrem Konto aktiv sind.

Schleichende Preiserhöhungen: Netflix, Spotify, Disney+ – alle haben in den letzten zwei Jahren die Preise erhöht, teilweise mehrfach. Wenn du nicht aufpasst, zahlst du plötzlich 3-4 Euro mehr als bei Abo-Abschluss.

Das Thema Schuldenfalle Handyvertrag funktioniert nach dem gleichen Prinzip: Kleine monatliche Beträge, die sich zu großen Summen aufaddieren.

So sparst du bei Streaming und Gaming – ohne auf alles zu verzichten

Sparen heißt nicht, dass du ab sofort im Dunkeln sitzen und dir keine Musik mehr anhören darfst. Es geht darum, clever zu kombinieren. Hier kommen die besten Strategien:

1. Familienabos nutzen

Das ist der mit Abstand größte Hebel. Wenn du dir ein Spotify Family Abo mit deiner Familie teilst, zahlst du pro Person nur rund 3,50 Euro statt 12,99 Euro. Bei Disney+ Premium teilen sich vier Leute den Account – macht rund 4 Euro pro Person. Frag deine Eltern oder älteren Geschwister, ob ihr euch ein Familienabo teilen könnt. Die meisten Anbieter erlauben das für Personen im selben Haushalt.

2. Rotieren statt stapeln

Du musst nicht alle Streaming-Dienste gleichzeitig laufen haben. Netflix einen Monat, Disney+ den nächsten. Die meisten Abos sind monatlich kündbar. Schau eine Staffel durch, kündige, wechsle zum nächsten Dienst. So zahlst du nie für zwei Video-Streaming-Abos gleichzeitig.

3. Gratisversionen reichen oft

Spotify Free hat Werbung und keinen Offline-Modus – aber die gesamte Musikbibliothek ist da. YouTube kostet nichts (mit Werbung). Viele Mobile Games sind gratis spielbar. Frag dich ehrlich: Brauchst du wirklich die Premium-Version, oder ist es nur bequemer?

4. Jahresabos statt Monatsabos

Wenn du weißt, dass du einen Dienst das ganze Jahr nutzt, spar dir mit dem Jahresabo rund 15-20 Prozent. Bei PS Plus Essential sind das fast 50 Euro Ersparnis pro Jahr. Der Nachteil: Du brauchst das Geld auf einmal. Aber wenn du dir das über ein paar Monate ansparst, rechnet es sich.

5. In-App-Käufe budgetieren

Setz dir ein festes monatliches Limit für In-Game-Käufe. 10 Euro, 20 Euro – egal, Hauptsache du hast eine klare Grenze. Viele schreiben sich das nirgends auf und verlieren den Überblick. Am einfachsten: Kauf dir eine Guthabenkarte (PSN, Nintendo eShop, Steam) in der Höhe deines Budgets. Wenn das Guthaben aufgebraucht ist, ist Schluss für den Monat.

6. Studentenrabatte checken

Sobald du studierst, bekommst du bei Spotify (6,99 statt 12,99 Euro), Apple Music (5,99 statt 10,99 Euro) und YouTube Premium (7,49 statt 13,99 Euro) deutlich günstigere Tarife. Dafür brauchst du nur eine Bestätigung deiner Hochschule. Das Angebot gilt bis zu vier Jahre.

Mach den Selbsttest: Dein persönlicher Abo-Check

Nimm dir fünf Minuten und mach Folgendes:

Schritt 1: Öffne dein Bankkonto (App oder Online-Banking) und such nach allen wiederkehrenden Abbuchungen der letzten drei Monate. Schreib jedes Abo auf, das du findest.

Schritt 2: Check deinen App Store (Apple: Einstellungen > Apple-ID > Abonnements. Android: Play Store > Zahlungen und Abos). Dort siehst du alle aktiven Abos, auch solche, die du vielleicht vergessen hast.

Schritt 3: Rechne alles zusammen. Monatsbetrag mal 12 = deine Jahreskosten. Dieser Betrag wird dich überraschen.

Schritt 4: Streich alles, was du seit über einem Monat nicht genutzt hast. Sofort kündigen, nicht „nächste Woche“. Jeder Tag, den du wartest, kostet dich Geld.

FAQ – Häufige Fragen zu Streaming und Abos

Kann ich als Minderjährige/r überhaupt ein Abo abschließen?

Ab 14 Jahren darfst du in Österreich über dein eigenes Geld (Taschengeld, Lehrlingsentschädigung) frei verfügen. Das heißt, du kannst grundsätzlich Abos abschließen, solange dir genug Geld zum Leben bleibt. Bei teureren Abos kann es sein, dass du die Zustimmung deiner Eltern brauchst. Mehr dazu findest du auf dem offiziellen Jugendportal des Bundes.

Was passiert, wenn ich ein Testabo nicht rechtzeitig kündige?

Dann wird es automatisch zum Vollpreis-Abo. Die meisten Anbieter (Netflix, Disney+, Spotify) buchen den vollen Monatsbetrag ab, sobald der Testzeitraum vorbei ist. Stell dir am besten direkt nach der Anmeldung eine Erinnerung im Handy, damit du nicht draufzahlst.

Darf ich meinen Netflix-Account mit Freunden teilen?

Offiziell erlaubt Netflix das Teilen nur innerhalb eines Haushalts. Seit 2023 geht Netflix aktiv gegen Account-Sharing mit Freunden vor. Du kannst ein „Zusatzmitglied“ hinzufügen, das kostet aber extra (4,99 Euro pro Monat). Bei Spotify, Disney+ und YouTube Premium gelten ähnliche Regeln: Familienabos sind für Personen gedacht, die unter einer Adresse wohnen.

Gibt es legale Gratis-Alternativen zu Netflix und Spotify?

Ja. Die ORF ON Mediathek bietet viele Inhalte gratis. YouTube ist sowieso kostenlos (mit Werbung). Für Musik gibt es Spotify Free oder YouTube Music Free. Und auf Plattformen wie Tubi oder Pluto TV findest du Filme und Serien kostenlos mit Werbung.

Wie kündige ich ein Abo am schnellsten?

Bei den meisten Diensten geht das direkt in der App oder auf der Website unter „Konto“ oder „Abonnement verwalten“. Wichtig: Wenn du über den Apple App Store oder Google Play abonniert hast, musst du dort kündigen – nicht in der App selbst. Sonst läuft das Abo weiter.

Lohnt sich ein Gaming-Abo wie der Game Pass?

Kommt drauf an. Wenn du viele verschiedene Spiele ausprobierst und selten ein Spiel für 70 Euro kaufst, kann sich ein Game Pass lohnen. Spielst du hauptsächlich ein oder zwei Spiele (zum Beispiel FIFA und Fortnite), brauchst du keinen Game Pass. Für den reinen Online-Multiplayer auf der PlayStation reicht PS Plus Essential.

Das Wichtigste auf einen Blick

Streaming und Gaming kosten mehr als die meisten denken. Ein durchschnittlicher Jugendlicher mit Netflix, Spotify und einem Gaming-Abo zahlt rund 36 Euro pro Monat – das sind über 430 Euro im Jahr. Dazu kommen oft noch In-App-Käufe, die schnell weitere 10-20 Euro pro Monat ausmachen.

Der beste erste Schritt: Mach den Abo-Check. Schau nach, was gerade alles von deinem Konto abgebucht wird. Kündige, was du nicht nutzt. Und überleg dir bei jedem neuen Abo: Brauche ich das wirklich, oder will ich es nur gerade jetzt?

Dein Geld, deine Entscheidung. Aber triff sie bewusst.