Verhütung unter 18: Methoden, Kosten und Beratungsstellen in Österreich

Jugendliche im Beratungsgespräch mit einer Ärztin an einem kleinen Tisch

Etwa ein Viertel der 14- bis 17-Jährigen in Österreichs Schulen hatte schon Geschlechtsverkehr. Das zeigt die internationale Schülerstudie HBSC, die das Gesundheitsministerium in seinem Verhütungsbericht 2024 zitiert. Rund 17 Prozent der sexuell aktiven Schülerinnen und Schüler verhüten demnach gar nicht oder mit einer anderen Methode als Kondom oder Pille.

Dabei ist vieles einfacher, als es klingt. Ab 14 darfst du selbst entscheiden, wie du verhütest, auch ohne Zustimmung deiner Eltern. Die Beratung bei der Frauenärztin zahlt bis 18 die Krankenkasse. Und die Pille danach bekommst du in jeder Apotheke ohne Rezept und ohne Altersgrenze. Teuer wird es erst bei den Verhütungsmitteln selbst.

Was du ab 14 selbst entscheiden darfst

In Österreich bist du mit dem 14. Geburtstag sexuell mündig. Das heißt, du bestimmst über deine Sexualität selbst, ohne dass deine Eltern Einspruch erheben können. Laut der Beratungsstelle First Love der Österreichischen Gesellschaft für Familienplanung gehören dazu auch ärztliche Untersuchungen, die unter die Schweigepflicht fallen, und der Erwerb und die Anwendung verschreibungspflichtiger Verhütungsmittel.

Die Pille ohne Zustimmung der Eltern

Die rechtliche Grundlage steht in § 173 ABGB. In eine medizinische Behandlung kann ein entscheidungsfähiges Kind nur selbst einwilligen, und bei mündigen Minderjährigen, also ab 14, wird diese Entscheidungsfähigkeit im Zweifel vermutet. Für die Verschreibung von Verhütungsmitteln brauchst du ab 14 deshalb keine Zustimmung deiner Eltern, außer die Ärztin hält dich im Einzelfall nicht für einsichts- und urteilsfähig.

Eine Grenze zieht das Gesetz bei Behandlungen, die gewöhnlich mit einer schweren oder nachhaltigen Beeinträchtigung verbunden sind. Dann müssen auch die Eltern zustimmen. Unter 14 wird die Entscheidungsfähigkeit nicht vermutet. Traut dir die Ärztin die Entscheidung noch nicht zu, müssen deine Eltern zustimmen.

Die Schweigepflicht gilt auch für dich

Ärztinnen und Ärzte dürfen deinen Eltern keine Auskunft geben, wenn du nicht zustimmst. Das gilt auch bei Minderjährigen. Nur bei schwerwiegenden medizinischen Eingriffen müssen die Eltern informiert werden. Was du in der Ordination besprichst, bleibt also zwischen dir und deiner Ärztin.

Wer mit wem: die Altersgrenzen

Sind beide über 14, ist jeder einvernehmliche sexuelle Kontakt erlaubt. Darunter gibt es Ausnahmen, die First Love so zusammenfasst: Ist eine Person 13, ist Geschlechtsverkehr straffrei, wenn die andere höchstens drei Jahre älter ist, und das heißt wirklich maximal 35 Monate Unterschied. Ist eine Person 12, sind Zärtlichkeiten ohne Geschlechtsverkehr erlaubt, wenn die andere nicht älter als 16 ist.

Verboten bleiben sexuelle Kontakte mit Personen, die über dir Autorität haben, etwa Lehrern oder Arbeitgebern, und jede sexuelle Handlung, die durch Gewalt, Zwang, Drogen oder Alkohol zustande kommt. Ein Nein gilt immer, auch mittendrin. Woran du erkennst, dass eine Beziehung dir nicht guttut, steht im Beitrag über toxische Beziehungen.

Die Methoden im Vergleich

Gut informiert fühlen sich viele, aber nicht alle. In der Befragung zum Verhütungsbericht 2024 gaben von den 14- bis 20-Jährigen 28,4 Prozent an, sehr gut über Verhütungsmethoden Bescheid zu wissen, 53,3 Prozent eher gut. Knapp jede Fünfte fühlt sich eher nicht oder nicht gut informiert.

Keine Methode ist hundertprozentig sicher, und bei den meisten hängt viel davon ab, wie gut du sie anwendest. Das Gesundheitsportal des Bundes gibt deshalb zwei Werte an: wie viele von 100 Frauen im ersten Jahr schwanger werden, wenn alles richtig gemacht wird, und wie viele bei typischer Anwendung mit den üblichen Fehlern.

Methode Schwangerschaften pro 100 im ersten Jahr Kosten Schutz vor Infektionen
Kondom etwa 2 bei richtiger, etwa 13 bei typischer Anwendung 8 bis 15 Euro für 20 Stück ja
Pille unter 1 bei richtiger, etwa 7 bei typischer Anwendung 4 bis 15 Euro pro Monatspackung nein
Minipille unter 1 bei richtiger, bis zu 7 bei typischer Anwendung 5 bis 15 Euro pro Monatspackung nein
Vaginalring unter 1 bei richtiger, bis zu 7 bei typischer Anwendung 19 Euro pro Monat nein
Hormonimplantat (3 Jahre) etwa 0,1 ca. 400 Euro samt Einsetzen und Entfernen nein
Hormonspirale (3 bis 8 Jahre) etwa 0,2 ca. 500 Euro samt Einsetzen und Entfernen nein
Kupferspirale (3 bis 10 Jahre) unter 1 ca. 500 Euro nein

Quelle: Gesundheitsportal gesundheit.gv.at (Sicherheit), Verhütungsbericht 2024 des Gesundheitsministeriums (Kosten). Die Kosten variieren je nach Präparat und Ordination.

Das Kondom: die einzige Methode mit Schutz vor Infektionen

Vor sexuell übertragbaren Infektionen schützen nur Kondome und Frauenkondome. Alle anderen Methoden verhindern höchstens eine Schwangerschaft. Das Kondom bekommst du rezeptfrei in Apotheken, Drogerien und Supermärkten. Achte laut Gesundheitsportal auf das CE-Zeichen und das Ablaufdatum, Kondome halten etwa fünf Jahre. Sie vertragen keine Hitze und kein langes Sonnenlicht, die Hosentasche im Sommer oder das Handschuhfach sind also schlechte Aufbewahrungsorte. Bei Kondomen aus Automaten ist laut Gesundheitsportal besondere Vorsicht geboten, weil sie durch lange Lagerung spröde sein können.

Der große Unterschied zwischen 2 und 13 Schwangerschaften pro 100 entsteht durch Anwendungsfehler. Das Gesundheitsportal nennt unter anderem: das Kondom beim Öffnen der Packung beschädigen, es mit Zug überziehen statt abzurollen, eine zu enge oder zu weite Größe, verkehrt herum aufsetzen und dann weiterverwenden, fett- oder ölhaltige Gleitmittel wie Vaseline oder Cremes, die das Latex durchlässig machen. Wasserlösliche Gleitmittel sind kein Problem. Und Kondome gehören nicht in die Geldbörse, weil Druck und Reibung sie beschädigen. Üben schadet nicht, auch allein.

Die Pille: sicher, wenn du sie nicht vergisst

Die Pille ist rezeptpflichtig, die erste Verschreibung macht eine Frauenärztin oder ein Frauenarzt. Dabei werden Vorerkrankungen, andere Medikamente und Risikofaktoren etwa für Thrombosen abgefragt. Vergisst du eine Kombinationspille, bleibt der Schutz laut Gesundheitsportal erhalten, wenn du sie innerhalb von zwölf Stunden nachnimmst. Durchfall, Erbrechen und manche Medikamente können die Wirkung schwächen, darunter Johanniskraut und bestimmte Mittel gegen Epilepsie.

Wenn du weißt, dass du Tabletten gern vergisst, sprich das bei der Ärztin offen an. Die Zahl „etwa 7 von 100“ kommt genau daher.

Ring, Pflaster, Spritze: wenn du nicht täglich daran denken willst

Zwischen Pille und Spirale liegen drei Methoden, die seltener an dich erinnern müssen. Den Vaginalring setzt du selbst ein, er bleibt drei Wochen und wird nach einer Woche Pause durch einen neuen ersetzt, immer am selben Wochentag. Das Verhütungspflaster klebst du jede Woche neu auf, drei Wochen lang, dann folgt eine pflasterfreie Woche. Vergisst du den Wechsel, kannst du ihn laut Gesundheitsportal innerhalb von 48 Stunden nachholen, danach brauchst du zusätzlich Kondome. Ring und Pflaster enthalten wie die Kombinationspille Östrogen und Gestagen, deshalb gelten dieselben Vorsichtsregeln etwa bei Thromboserisiko oder Rauchen.

Die Dreimonatsspritze enthält ein hochdosiertes Gestagen und wird alle drei Monate unter die Haut gespritzt. Sicher ist sie nur, wenn du keinen Termin auslässt. Laut Verhütungsbericht kostet eine Spritze samt Verabreichung rund 30 Euro.

Langzeitmethoden: am sichersten, aber teuer am Anfang

Hormonimplantat, Hormonspirale und Kupferspirale schützen über Jahre, ohne dass du jeden Tag daran denken musst. Das Implantat ist ein vier Zentimeter langes, zwei Millimeter dünnes Stäbchen, das eine Ärztin unter die Haut setzt und das drei Jahre wirkt. Die Spiralen werden in die Gebärmutter eingelegt. Laut Gesundheitsministerium gelten diese Langzeitmethoden in internationalen Studien als die wirksamsten, allerdings fallen die Kosten auf einmal an.

Spiralen setzt nicht nur die Frauenärztin, in Wien macht das auch First Love in der Klinik Landstraße. Ob eine Spirale für dich passt, entscheidest du mit der Ärztin. Das Einsetzen kann schmerzhaft sein. First Love rät, während der Regelblutung zu kommen und vorher ein Schmerzmittel zu nehmen.

Was keine Verhütung ist

Rechtzeitiges Rausziehen vor dem Samenerguss ist laut Gesundheitsportal keine Verhütungsmethode. Auch das Rechnen mit „sicheren Tagen“ ist für Jugendliche schwierig, weil der Zyklus in den ersten Jahren oft unregelmäßig ist. Und schwanger werden kann man schon vor der allerersten Regelblutung, weil der Eisprung vorher stattfindet.

Was Verhütung kostet und wer zahlt

Im europäischen Vergleich der Verhütungspolitik liegt Österreich auf einem der hinteren Plätze, vor allem weil die Kosten nicht übernommen werden. Die Sozialversicherung zahlt laut Verhütungsbericht 2024 nahezu keine Verhütungsmittel, Ausnahmen gibt es nur bei medizinischen Gründen wie Endometriose. Je nach Methode kostet Verhütung zwischen rund 30 und 230 Euro im Jahr.

Eine Sache übernimmt die Krankenkasse aber: Die Verhütungsberatung bei der Frauenärztin ist für Jugendliche bis 18 gedeckt. Erwachsene zahlen sie privat. Den ersten Termin vor dem 18. Geburtstag zu machen, lohnt sich also doppelt.

Drei Jahre, sieben Methoden: was du insgesamt zahlst

Der Monatspreis täuscht. Rechnet man die Zahlen aus dem Verhütungsbericht auf drei Jahre hoch, sieht der Vergleich so aus:

  • Kondome: rund 173 Euro, bei 100 Stück im Jahr
  • Pille: rund 342 Euro, bei 114 Euro im Jahr
  • Dreimonatsspritze: rund 360 Euro, bei 30 Euro pro Spritze samt Verabreichung
  • Hormonimplantat: rund 400 Euro, einmal bezahlt für drei Jahre
  • Hormon- oder Kupferspirale: rund 500 Euro, wirken je nach Modell aber drei bis zehn Jahre
  • Vaginalring oder Verhütungspflaster: rund 684 Euro, bei 19 Euro pro Monat

Das Implantat ist auf drei Jahre also kaum teurer als die Pille und deutlich günstiger als Ring oder Pflaster. Das Problem ist der Einstieg: 400 Euro auf einmal hat mit 16 kaum jemand. Wer sich die Kosten mit dem Partner teilt oder mit den Eltern spricht, kommt leichter an eine Methode, die wirklich passt. Laut Verhütungsbericht übernehmen bei 7,8 Prozent der befragten Frauen die Eltern die Kosten.

Wie du solche Ausgaben ins Monatsbudget einplanst, ohne dass am Ende das Geld fehlt, zeigt der Budgetplaner für Jugendliche.

Wo es günstiger oder gratis geht

  • ÖGF First Love in Wien: Beratung, Untersuchung, Kondome und die Pille danach sind kostenlos und anonym. Für das Setzen einer Spirale in der Klinik Landstraße bittet die Beratungsstelle, wenn möglich, um einen Kostenbeitrag von 90 Euro bei der Kupferspirale und 160 oder 180 Euro bei der Hormonspirale, diese nur mit medizinischer Indikation.
  • Pille danach ohne Einkommen: Frauen ohne Einkommen bekommen sie laut Gesundheitsportal kostenlos in einer Familienberatungsstelle der Österreichischen Gesellschaft für Familienplanung.
  • Vorarlberg: Das Pilotprojekt INVVO hat bis 2026 kostenlose Verhütungsmittel für Mädchen ab 14 und Frauen bezahlt. Laut femail sind die Kontingente inzwischen ausgeschöpft, Stand Juni 2026 gibt es dort noch kostenlose Kondome und Beratung. Ausgestellte INVVO-Pässe lassen sich bis November 2026 einlösen.
  • Kondome: Die Aids Hilfe Wien gibt laut Verhütungsbericht bis zu drei Gratiskondome pro Tag aus.

Wenn etwas schiefgeht: die Pille danach

Kondom gerissen, Pille vergessen, gar nicht verhütet: Dafür gibt es die Notfallverhütung. Die Pille danach ist in österreichischen Apotheken rezeptfrei, und laut First Love gibt es für die Einnahme keine Altersbeschränkung. Will eine Apotheke sie dir nicht verkaufen, kannst du darauf bestehen, in eine andere gehen oder sie dir in einer ÖGF-First-Love-Beratungsstelle gratis holen.

Es gibt zwei Wirkstoffe:

  • Levonorgestrel: bis spätestens 72 Stunden nach dem Sex, laut First Love um die 17 Euro.
  • Ulipristalacetat: bis spätestens 120 Stunden danach, um die 40 Euro. Dieser Wirkstoff kann den Eisprung laut Gesundheitsportal auch dann noch verschieben, wenn er nur mehr wenige Stunden entfernt ist und Levonorgestrel nicht mehr wirkt.

Für beide gilt: je früher, desto besser. Die Pille danach verschiebt den Eisprung, sie beendet keine bestehende Schwangerschaft. Musst du innerhalb von drei Stunden nach der Einnahme erbrechen, nimmst du eine zweite. Bis zur nächsten Regel verhütest du zusätzlich mit Kondom, weil der Eisprung nur verschoben ist. Bleibt die Regel länger als sieben Tage aus, mach einen Schwangerschaftstest.

Eine Alternative ist die Spirale danach, eine Kupferspirale, die eine Ärztin bis zu fünf Tage nach dem Sex einsetzt. Sie kann danach als Langzeitverhütung bleiben.

Welche Apotheke nachts oder am Wochenende Dienst hat, findest du über die Apothekensuche der Apothekerkammer. Bei medizinischen Fragen hilft die Gesundheitsnummer 1450.

Der erste Termin bei der Frauenärztin

Viele schieben ihn hinaus, weil er peinlich wirkt. Dabei ist er für Ärztinnen Routine. Gründe für einen Termin sind laut First Love etwa, dass du dich über Verhütung informieren oder sie dir verschreiben lassen willst, dass du Beschwerden hast, glaubst schwanger zu sein oder mit 16 noch keine Regel hattest.

Ein paar Dinge machen es leichter:

  • Nimm deine e-card mit und schau vorher nach, wann deine letzte Regel begonnen hat.
  • Schreib dir deine Fragen auf, im Wartezimmer vergisst man sie leicht.
  • Du darfst eine Vertrauensperson mitnehmen, die beste Freundin, den Freund oder deine Mama.
  • Eine Untersuchung der inneren Geschlechtsorgane ist nicht immer nötig. Je nach Alter, Anliegen und ob du schon Sex hattest, kann darauf verzichtet werden.
  • Fühlst du dich schlecht behandelt, such dir für das nächste Mal eine andere Ärztin.

Manche Frauenärztinnen und Frauenärzte bieten eigene Sprechstunden für Mädchen an, darauf verweist auch das Gesundheitsportal. Für Burschen ist die Urologin oder der Urologe zuständig, wenn es um Beschwerden an Penis oder Hoden geht.

Beratungsstellen in den Bundesländern

Die ÖGF-First-Love-Stellen in Wien beraten anonym, kostenlos und ohne e-card. Die First-Love-Stellen in den Bundesländern werden von anderen Trägern betrieben. Ob dort Anonymität und Kostenfreiheit gelten, solltest du vorher erfragen. Laut Übersicht der Beratungsstellen gibt es Angebote unter anderem hier:

  • Wien: Klinik Landstraße, Juchgasse 25, Montag und Mittwoch 14 bis 18 Uhr; Klinik Donaustadt, Langobardenstraße 122, Freitag 14 bis 17 Uhr; dazu First Love im ÖGK-Gesundheitszentrum Mariahilf.
  • Niederösterreich: St. Pölten in der Familienberatungsstelle der Stadt, nur mit Termin, und das Landesklinikum Horn.
  • Oberösterreich: Kepler Universitätsklinikum Linz, Klinikum Steyr, Klinikum Kirchdorf und Krankenhaus St. Josef in Braunau.
  • Salzburg: First-Love-Ambulanz des Frauengesundheitszentrums am Uniklinikum Salzburg und am Tauernklinikum Zell am See.
  • Tirol: Innsbruck und Krankenhaus Reutte.
  • Kärnten: Klinikum Klagenfurt.
  • Vorarlberg: amazoneBERATUNG in Bregenz, Dornbirn und Bludenz mit Verhütungsberatung für 14- bis 25-Jährige.
  • Steiermark und Burgenland: Familienberatungsstellen über die Beratungsstellensuche des Bundes.

Wer erst einmal anonym schreiben will, kann rund um die Uhr Fragen an die Herzklopfen-Onlineberatung der ÖGF stellen. Wenn dich jemand unter Druck setzt oder du Gewalt erlebst, hilft Rat auf Draht unter 147.

Burschen: Verhütung ist keine Mädchensache

Die Verantwortung ist ungleich verteilt. Im Verhütungsbericht 2024 gaben 46 Prozent der befragten Frauen an, allein zu verhüten, bei 12 Prozent übernimmt es der Partner, bei 8 Prozent beide gemeinsam. Die Hälfte der Frauen zahlt die Kosten allein. Bei den 16- bis 21-jährigen Lehrlingen geben 79 Prozent der Burschen und 73 Prozent der Mädchen an, mit Kondom, Pille oder beidem zu verhüten.

Als Bursche hast du genau eine eigene Methode, das Kondom. Eine Vasektomie ist in Österreich erst ab 25 erlaubt. Das heißt aber nicht, dass du nur für das Kondom zuständig bist. Kosten teilen, an die Pillenpause denken, mit in die Apotheke gehen, wenn eine Panne passiert ist: Das alles ist Teil davon.

Und jede und jeder hat das Recht, auf einem Kondom zu bestehen, auch wenn die Partnerin die Pille nimmt. Laut HBSC-Studie nutzen 19 Prozent der befragten Schülerinnen und Schüler Kondom und Pille gemeinsam. Diese Kombination schützt vor beidem, Schwangerschaft und Infektionen. Wie man über so etwas redet, ohne dass es peinlich wird, und was am Anfang einer Beziehung zählt, steht im Beitrag über Liebe, Crushes und Dating.

Gegen Infektionen: Kondom, Test und Impfung

Viele sexuell übertragbare Infektionen verursachen laut First Love keine Schmerzen oder anderen Beschwerden und bleiben deshalb unbemerkt und unbehandelt. Wenn es Anzeichen gibt, sind es meist Jucken, ungewöhnlicher Ausfluss oder Schmerzen beim Pinkeln. Halten die Beschwerden länger als eine Woche an oder hast du Angst, dich angesteckt zu haben, geh zur Ärztin. Zuständig sind vor allem Hautärztinnen und Hautärzte, Mädchen können auch zur Frauenärztin, Burschen zum Urologen. Wird eine Infektion festgestellt, muss sich auch dein Partner oder deine Partnerin behandeln lassen, sonst steckt ihr euch immer wieder an.

Wollt ihr in einer festen Beziehung auf das Kondom verzichten, könnt ihr vorher beide einen HIV-Test machen. Die Aids-Hilfen in fast allen Landeshauptstädten bieten laut First Love kostenlose und anonyme Tests an.

Gegen humane Papillomaviren, kurz HPV, gibt es zusätzlich eine Impfung. Das kostenlose Impfprogramm mit Schul- und Nachholimpfungen bis zum vollendeten 21. Lebensjahr läuft laut Land Tirol unbefristet weiter. Wenn du noch nicht geimpft bist, frag bei deiner Hausärztin nach.