Erster Steuerbescheid – Steuererklärung für Anfänger

Du hast deinen ersten Job, dein erstes Gehalt, und plötzlich steht da etwas auf der Abrechnung: Lohnsteuer. Sozialversicherung. Beiträge. Und du fragst dich: „Was davon bekomme ich zurück? Muss ich eine Steuererklärung machen? Und was ist eigentlich eine Arbeitnehmerveranlagung?“

Keine Sorge – das geht fast jedem so. Steuern sind nicht das aufregendste Thema, aber eines der wichtigsten. Denn wer sich nicht damit beschäftigt, verschenkt oft hunderte Euro im Jahr. Und das muss nicht sein.

Das Wichtigste in Kürze

  • In Österreich zahlst du Einkommensteuer erst ab einem Jahreseinkommen von 12.816 Euro (Stand 2025)
  • Die Arbeitnehmerveranlagung (früher: Lohnsteuerausgleich) ist dein Weg, zu viel bezahlte Steuern zurückzubekommen
  • Über FinanzOnline kannst du deine Steuererklärung bequem digital erledigen
  • Viele Ausgaben sind absetzbar: Fortbildung, Pendlerkosten, Gewerkschaftsbeitrag und mehr
  • Du hast bis zu fünf Jahre Zeit, eine Arbeitnehmerveranlagung nachzureichen

Wann muss ich überhaupt Steuern zahlen?

In Österreich gilt ein progressives Steuersystem – das heißt: Je mehr du verdienst, desto höher ist der Steuersatz. Laut Bundesministerium für Finanzen zahlst du auf die ersten 12.816 Euro Jahreseinkommen gar keine Einkommensteuer. Alles darüber wird gestaffelt besteuert.

Für die meisten Jugendlichen mit Ferial- oder Nebenjobs heißt das: Wenn du im ganzen Jahr weniger als 12.816 Euro brutto verdienst, hast du Anspruch auf die gesamte einbehaltene Lohnsteuer zurück. Und das kann einige hundert Euro sein!

Arbeitnehmerveranlagung – was ist das?

Die Arbeitnehmerveranlagung (früher „Lohnsteuerausgleich“ genannt) ist der Prozess, bei dem das Finanzamt deine Steuerlast für das vergangene Jahr neu berechnet. Dabei werden Freibeträge, absetzbare Ausgaben und Gutschriften berücksichtigt, die bei der monatlichen Lohnabrechnung noch nicht eingeflossen sind.

Pflichtveranlagung vs. Antragsveranlagung

Es gibt zwei Varianten:

  • Pflichtveranlagung: Du MUSST eine Steuererklärung machen, wenn du z.B. Einkünfte aus mehreren Quellen hast, die zusammen über 730 Euro liegen, oder wenn das Finanzamt dich dazu auffordert
  • Antragsveranlagung: Du KANNST freiwillig eine Steuererklärung machen, wenn du glaubst, dass du Geld zurückbekommst. Das ist in den meisten Fällen die Variante, die für junge Arbeitnehmer relevant ist

Schritt für Schritt: Deine erste Steuererklärung

Schritt 1: FinanzOnline-Zugang einrichten

FinanzOnline ist das Online-Portal des österreichischen Finanzministeriums. Hier erledigst du deine Steuererklärung digital. Um dich zu registrieren, brauchst du deine Sozialversicherungsnummer und einen Zugang per Handy-Signatur oder ID Austria.

Schritt 2: Formulare ausfüllen

Für die Arbeitnehmerveranlagung brauchst du das Formular L1. In FinanzOnline sind viele Daten bereits vorausgefüllt (Lohndaten, Sonderausgaben). Du musst nur noch ergänzen, was fehlt.

Schritt 3: Absetzbare Ausgaben eintragen

Das ist der Teil, der sich lohnt. Folgende Ausgaben kannst du von der Steuer absetzen:

  • Werbungskosten: Alles, was du für deinen Job brauchst und selbst bezahlt hast – Arbeitskleidung, Fachliteratur, Fortbildungen. Bis 132 Euro werden pauschal berücksichtigt (Werbungskostenpauschale), darüber musst du Belege haben
  • Pendlerpauschale: Wenn dein Arbeitsweg lang genug ist und keine öffentlichen Verkehrsmittel zumutbar sind, kannst du die Pendlerpauschale geltend machen
  • Sonderausgaben: Kirchenbeitrag (bis 400 Euro), Spenden an begünstigte Organisationen
  • Außergewöhnliche Belastungen: Z.B. Krankheitskosten, die nicht von der Versicherung übernommen werden
  • Gewerkschaftsbeitrag: Wird automatisch berücksichtigt

Schritt 4: Absenden und warten

Nach dem Absenden bearbeitet das Finanzamt deinen Antrag. Das dauert in der Regel einige Wochen. Das Ergebnis bekommst du als Einkommensteuerbescheid – und wenn alles gut geht, auch eine Gutschrift auf dein Konto.

Spezialfall: Ferialjob und Nebenjob

Wenn du als Schüler oder Student einen Ferialjob oder Nebenjob hattest, lohnt sich die Arbeitnehmerveranlagung fast immer. Denn:

  • Bei kurzen Beschäftigungsverhältnissen wird die Lohnsteuer oft so berechnet, als würdest du das ganze Jahr so viel verdienen. Die tatsächliche Jahreslohnsteuer ist aber niedriger – die Differenz bekommst du zurück
  • Der Alleinverdiener- oder Alleinerzieherabsetzbetrag wird bei der monatlichen Abrechnung nicht automatisch berücksichtigt
  • SV-Beiträge, die über dem Jahreseinkommen gezahlt wurden, werden rückerstattet

Mehr über Nebenjobs und deine Rechte erfährst du in unserem Artikel Nebenjobs und Sommerjobs.

Wichtige Fristen

  • Pflichtveranlagung: Bis 30. Juni des Folgejahres (online bis 30. September)
  • Antragsveranlagung: Du hast bis zu fünf Jahre Zeit! Das heißt: Wenn du es bisher versäumt hast, kannst du die letzten fünf Jahre noch nachholen

Häufige Fehler und wie du sie vermeidest

  • Gar keine Steuererklärung machen: Der größte Fehler. In den meisten Fällen bekommst du Geld zurück – verschenke es nicht
  • Belege nicht aufheben: Sammle alle relevanten Belege (digital oder auf Papier). Du musst sie nicht einreichen, aber das Finanzamt kann sie nachfordern
  • Pendlerpauschale vergessen: Viele junge Arbeitnehmer wissen gar nicht, dass sie Anspruch darauf haben
  • Mehrere Jobs nicht angeben: Wenn du mehrere Arbeitgeber hattest, müssen alle Einkünfte erklärt werden

Hilfe holen

  • Arbeiterkammer – Steuerberatung: Kostenlose Beratung für Arbeitnehmer, auch telefonisch und online
  • FinanzOnline-Hotline: Das BMF bietet technische Unterstützung bei Problemen mit dem Portal
  • BMF – Arbeitnehmerveranlagung: Offizielle Informationen und Anleitungen
  • Finanzamt vor Ort: Du kannst auch persönlich hingehen und dir helfen lassen

Wenn du generell mehr über den Umgang mit Geld lernen willst, lies unseren Artikel Sparen oder Investieren – Geldwissen einfach erklärt.

Die Arbeitnehmerveranlagung – Schritt für Schritt

Die Arbeitnehmerveranlagung (umgangssprachlich „Steuerausgleich“) ist der häufigste Weg, um Geld vom Finanzamt zurückzubekommen. Und sie ist einfacher als du denkst. Hier der Ablauf:

Schritt 1: FinanzOnline registrieren

Alles läuft über FinanzOnline – das Online-Portal der Finanzverwaltung. Seit 2025 brauchst du dafür die ID Austria oder eine Zwei-Faktor-Authentifizierung. Wenn du noch keine ID Austria hast, besorge sie dir – sie ist auch für viele andere Behördenwege nützlich.

Schritt 2: Formulare ausfüllen

Das Formular L1 ist dein Hauptformular. FinanzOnline führt dich Schritt für Schritt durch den Prozess. Vieles ist bereits vorausgefüllt – dein Arbeitgeber hat deinen Jahreslohnzettel schon an das Finanzamt übermittelt. Du musst nur noch ergänzen, was du absetzen willst.

Schritt 3: Absetzbare Kosten eintragen

Hier wird es spannend. Als Arbeitnehmer kannst du eine ganze Reihe von Ausgaben steuerlich geltend machen:

  • Pendlerpauschale: Wenn dein Arbeitsweg länger als 20 Kilometer ist oder es keine Öffi-Verbindung gibt
  • Arbeitsmittel: Computer, Schreibtisch, Büromaterial – alles, was du für die Arbeit brauchst
  • Homeoffice-Pauschale: Bis zu 3 Euro pro Tag für maximal 100 Tage im Jahr
  • Fortbildungskosten: Kurse, Seminare, Bücher – alles, was mit deinem Beruf zusammenhängt
  • Gewerkschaftsbeitrag: Wird automatisch berücksichtigt

Schritt 4: Abschicken und warten

Nach dem Absenden dauert es in der Regel 2-6 Wochen, bis du deinen Steuerbescheid bekommst. Wenn alles korrekt ist, wird die Rückzahlung direkt auf dein Konto überwiesen.

Fünf Jahre rückwirkend – verlorenes Geld zurückholen

Wusstest du, dass du die Arbeitnehmerveranlagung bis zu fünf Jahre rückwirkend machen kannst? Wenn du in den letzten Jahren gearbeitet hast und keinen Steuerausgleich gemacht hast, liegt dort möglicherweise Geld für dich. Die Arbeiterkammer schätzt, dass der durchschnittliche Arbeitnehmer rund 400-500 Euro pro Jahr zurückbekommt. Das summiert sich!

Steuern bei Ferialjobs und Nebenjobs

Auch als Schüler oder Student zahlst du unter Umständen Steuern – und kannst sie zurückholen. Wenn du einen Ferialjob hattest, wurde dir wahrscheinlich Lohnsteuer abgezogen. Da du aber vermutlich nicht das ganze Jahr gearbeitet hast, hast du zu viel Steuer bezahlt. Die Arbeitnehmerveranlagung holt dir dieses Geld zurück.

Wichtig: Solange dein Jahreseinkommen unter der Steuerfreigrenze liegt (2024: 12.816 Euro brutto), bekommst du die gesamte Lohnsteuer zurück. Bei den meisten Ferialjobs und Nebenjobs ist das der Fall.

Die häufigsten Fehler bei der Steuererklärung

  • Gar keine Erklärung abgeben: Der größte Fehler! Millionen Euro an Rückerstattungen bleiben jedes Jahr liegen, weil Menschen keine Arbeitnehmerveranlagung machen
  • Absetzbare Kosten vergessen: Sammle das ganze Jahr über Belege für berufsbedingte Ausgaben. Eine Mappe oder ein Foto auf dem Handy reicht
  • Frist verstreichen lassen: Du hast fünf Jahre Zeit – aber je länger du wartest, desto eher vergisst du Details
  • Sonderausgaben ignorieren: Kirchenbeiträge, Spenden an bestimmte Organisationen und bestimmte Versicherungsbeiträge sind absetzbar

Sozialversicherung verstehen

Neben der Lohnsteuer werden dir als Arbeitnehmer auch Sozialversicherungsbeiträge abgezogen. Diese finanzieren deine Krankenversicherung, Pensionsversicherung und Arbeitslosenversicherung. Als junger Mensch fühlt sich das vielleicht unnötig an – aber diese Beiträge sichern dich ab, wenn du krank wirst oder deinen Job verlierst.

Geringfügig Beschäftigte (bis 518,44 Euro im Monat, Stand 2024) sind nur unfallversichert. Wer darüber verdient, ist voll sozialversichert. Wenn du mehrere geringfügige Jobs hast und insgesamt über die Grenze kommst, musst du Sozialversicherungsbeiträge nachzahlen – das kann überraschend kommen, also behalte dein Gesamteinkommen im Auge.

Geringfügige Beschäftigung und Werkvertrag – was ist der Unterschied?

Als junger Mensch wirst du wahrscheinlich verschiedene Beschäftigungsformen kennenlernen, die steuerlich unterschiedlich behandelt werden:

Geringfügige Beschäftigung

Wenn du monatlich nicht mehr als 518,44 Euro (Stand 2024) verdienst, bist du geringfügig beschäftigt. Du zahlst keine Lohnsteuer und keine Sozialversicherungsbeiträge (außer Unfallversicherung). Aber Achtung: Wenn du mehrere geringfügige Jobs gleichzeitig hast und insgesamt über die Grenze kommst, werden Sozialversicherungsbeiträge nachträglich fällig.

Werkvertrag und freier Dienstvertrag

Bei einem Werkvertrag bist du formal selbstständig – du schultest ein konkretes Werk (z.B. eine Website, einen Text, ein Design). Du musst deine Steuern und Sozialversicherungsbeiträge selbst abführen, was komplizierter ist als bei einem Angestelltenverhältnis. Ab einem Jahreseinkommen von über 12.816 Euro (Stand 2024) musst du eine Einkommensteuererklärung abgeben.

Wichtig: Viele Arbeitgeber versuchen, reguläre Angestellte als Werkvertragsnehmer zu beschäftigen, um Kosten zu sparen. Wenn du wie ein Angestellter arbeitest (feste Arbeitszeiten, Weisungsgebundenheit, fester Arbeitsplatz), dann bist du auch ein Angestellter – egal was im Vertrag steht. Im Zweifelsfall berät dich die Arbeiterkammer kostenlos.

Steuererklärung für Studierende

Als Student hast du besondere steuerliche Möglichkeiten. Studiengebühren, Fachliteratur, ein Laptop für das Studium und sogar Fahrtkosten zur Universität können unter bestimmten Umständen als Werbungskosten abgesetzt werden. Das gilt allerdings nur, wenn du neben dem Studium arbeitest und Steuern zahlst.

Besonders interessant: Wenn du im Studium mehr ausgibst als du einnimmst, kannst du einen Verlustvortrag geltend machen. Dieser Verlust wird dann in späteren Jahren, wenn du voll arbeitest, mit deinem Einkommen verrechnet. Das kann dir nach dem Studium einige hundert Euro an Steuern sparen.

Digitale Tools für deine Steuern

Es gibt mittlerweile einige digitale Tools, die dir bei der Steuererklärung helfen:

  • FinanzOnline: Das offizielle Portal des Finanzministeriums. Hier machst du deine Arbeitnehmerveranlagung online
  • Arbeiterkammer-Steuerrechner: Ein kostenloser Online-Rechner, der dir zeigt, wie viel Geld du zurückbekommen könntest
  • BMF-App: Die App des Finanzministeriums bietet schnellen Zugriff auf FinanzOnline von deinem Smartphone

Die Arbeiterkammer bietet außerdem kostenlose persönliche Steuerberatung an – sowohl telefonisch als auch vor Ort in den AK-Bezirksstellen. Gerade wenn du zum ersten Mal eine Steuererklärung machst, kann eine persönliche Beratung Gold wert sein.

Steuern und Selbstständigkeit

Immer mehr junge Menschen starten neben dem Studium oder der Lehre eine Selbstständigkeit – ob als Freelancer, Content Creator, Online-Shop-Betreiber oder Nachhilfelehrer. Steuerlich ist das deutlich komplexer als ein normales Angestelltenverhältnis.

Als Selbstständiger musst du deine Einnahmen und Ausgaben selbst dokumentieren, eine Einnahmen-Ausgaben-Rechnung führen und vierteljährlich Einkommensteuervorauszahlungen leisten. Ab einem Jahresumsatz von 35.000 Euro bist du außerdem umsatzsteuerpflichtig. Unter dieser Grenze kannst du die Kleinunternehmerregelung nutzen und musst keine Umsatzsteuer abführen.

Der wichtigste Tipp für junge Selbstständige: Lege von Anfang an mindestens 30 Prozent deiner Einnahmen für Steuern und Sozialversicherung zur Seite. Viele Jungunternehmer unterschätzen die Steuerlast und stehen am Jahresende vor einer bösen Überraschung. Mehr zum Thema Selbstständigkeit findest du in unserem Artikel über das Gründen als Jugendlicher in Österreich.

Wichtige Fristen und Termine

Das Steuerjahr entspricht in Österreich dem Kalenderjahr. Hier die wichtigsten Fristen, die du kennen solltest. Die freiwillige Arbeitnehmerveranlagung kann bis zu fünf Jahre rückwirkend eingereicht werden, es gibt also keinen festen Stichtag. Bei der Pflichtveranlagung musst du deine Erklärung bis zum 30. April des Folgejahres abgeben, bei elektronischer Einreichung über FinanzOnline verlängert sich die Frist bis zum 30. Juni.

Dein erster Steuerbescheid kann einschüchternd wirken, mit all den Zahlen, Paragrafen und Fachbegriffen. Aber lass dich nicht abschrecken. Im Kern geht es nur um eine Frage: Hast du über das Jahr zu viel oder zu wenig Steuern bezahlt? Wenn zu viel, bekommst du Geld zurück. Wenn zu wenig, musst du nachzahlen. In den meisten Fällen – besonders bei Ferialjobs und Teilzeitarbeit – bekommst du Geld zurück.

Steuern zu verstehen und die eigenen Finanzen im Griff zu haben, ist eine der wichtigsten Lebenskompetenzen überhaupt. Leider wird sie in der Schule kaum gelehrt. Umso wichtiger ist es, dass du dich selbst darum kümmerst. Die Ressourcen sind da – von der Arbeiterkammer über FinanzOnline bis zu YouTube-Tutorials. Du musst sie nur nutzen. Und denk daran: Jeder Euro, den du nicht zurückholst, ist ein Euro, den du verschenkst.

Fazit – es lohnt sich, auch wenn es nervt

Ja, Steuererklärungen sind nicht das spannendste Thema. Aber sie können dir mehrere hundert Euro im Jahr bringen – Geld, das du sonst einfach verschenken würdest. Und dank FinanzOnline ist der Aufwand überschaubar: In vielen Fällen dauert es weniger als 30 Minuten.

Also: Registriere dich bei FinanzOnline, mach deine Arbeitnehmerveranlagung und hol dir dein Geld zurück. Dein zukünftiges Ich wird dir danken.

Steuern zu zahlen gehört zum Erwachsenwerden dazu. Es mag sich anfangs frustrierend anfühlen, wenn ein Teil deines hart verdienten Geldes an den Staat geht. Aber Steuern finanzieren die Infrastruktur, die du jeden Tag nutzt: Straßen, Schulen, Krankenhäuser, öffentliche Verkehrsmittel, Polizei, Feuerwehr und vieles mehr. Ohne Steuern gäbe es kein funktionierendes Gesundheitssystem, keine kostenlose Bildung und kein soziales Sicherheitsnetz.

Das österreichische Steuersystem ist progressiv: Wer mehr verdient, zahlt einen höheren Prozentsatz. Das ist gerecht, weil es dafür sorgt, dass die Stärksten die größte Last tragen. Als junger Arbeitnehmer zahlst du in der Regel den niedrigsten Steuersatz, und durch die Arbeitnehmerveranlagung bekommst du einen Großteil davon zurück.

Ein wichtiger Grundsatz, den du verinnerlichen solltest: Steuererklärungen sind nichts, wovor man Angst haben muss. Sie sind eine Routine, die du einmal im Jahr erledigst und die dir in den meisten Fällen Geld bringt. Je früher du lernst, mit dem Thema Steuern souverän umzugehen, desto besser. Denn Steuerwissen ist Finanzwissen, und Finanzwissen ist Macht. Wer seine Steuern versteht, versteht auch, wie der Staat funktioniert, wohin das eigene Geld fließt und welche Rechte man als Steuerzahler hat.

Wenn du dich weiter in das Thema Finanzen vertiefen möchtest, lies auch unsere Artikel über Budgetplanung für Jugendliche und Konsumfallen im Alltag. Denn Steuern sparen ist nur ein Teil des Puzzles – genauso wichtig ist es, dein Geld bewusst auszugeben und langfristig zu planen. Finanzkompetenz ist eine Fähigkeit, die dich dein ganzes Leben begleiten wird, und der beste Zeitpunkt, damit anzufangen, ist jetzt.

Ein letzter Gedanke zum Thema Steuern: Viele junge Menschen empfinden Steuern als Belastung, als etwas, das ihnen weggenommen wird. Aber Steuern sind auch ein Ausdruck von Solidarität. Sie finanzieren das Gesundheitssystem, das dich behandelt, wenn du krank bist, auch wenn du dir die Behandlung selbst nicht leisten könntest. Sie finanzieren die Schule, die du besucht hast, die Universität, an der du studieren wirst, und die Pensionen deiner Großeltern. Sie finanzieren den öffentlichen Nahverkehr, die Parks, die Bibliotheken und die Feuerwehr, die kommt, wenn du sie brauchst. In einem Land wie Österreich, das für seinen hohen Lebensstandard und sein soziales Sicherheitsnetz bekannt ist, sind Steuern der Preis, den wir für eine funktionierende Gesellschaft zahlen. Und die Arbeitnehmerveranlagung stellt sicher, dass du nicht mehr zahlst, als du musst. Also nutze sie, jedes Jahr, und hol dir dein Geld zurück. Es steht dir zu.

Steuerrecht ist kein Hexenwerk. Es ist ein Werkzeug, das dir hilft, dein Geld zu behalten. Lerne es zu nutzen, und du wirst jedes Jahr profitieren. Die Arbeiterkammer hilft dir kostenlos dabei, und FinanzOnline macht den Prozess so einfach wie nie zuvor. Trau dich, es ist leichter als du denkst, und das Ergebnis ist bares Geld auf deinem Konto.

Und denke daran: Steuern sind kein Feind. Sie sind der Beitrag, den wir alle für eine funktionierende Gesellschaft leisten. Wer sie versteht, kann sie optimieren und sich das holen, was ihm zusteht.