Erstes Jugendkonto in Österreich – spark7, bank99, easybank und N26 im Vergleich

Du brauchst ein eigenes Konto – für deinen Lehrlingslohn, fürs erste Praktikum, für den Online-Einkauf oder einfach, weil du nicht mehr ständig bei den Eltern fragen willst. In Österreich gibt es ein Dutzend Banken, die mit Jugendkonten werben, alle mit „100 % gratis“ und Bonus-Zuckerln. Klingt einfach. Ist es nicht ganz, weil hinter den Werbeversprechen feine Unterschiede liegen, die später richtig Geld kosten können.

Diese Übersicht vergleicht die fünf wichtigsten Anbieter für junge Leute in Österreich: Erste Bank spark7, bank99, easybank, N26 und Bank Austria. Mit konkreten Konditionen, Zielgruppen, Vor- und Nachteilen. Damit du dir das Konto holst, das wirklich zu dir passt – und nicht das mit dem buntesten Werbespot.

Das Wichtigste in Kürze

  • Alle großen Anbieter bieten kostenlose Kontoführung für unter 19/20-Jährige – der Unterschied liegt in App, Bonus, Filialnetz und Übergang zum Erwachsenenkonto
  • Erste Bank spark7: Branchenstandard, 20 € Bonus, ab 14 allein eröffnen, gratis bis 19. Geburtstag
  • bank99: 50 € Bonus (höchster auf dem Markt), gratis bis 21. Geburtstag, postnah
  • easybank: Online-Bank, gratis bis 27, kein Mindesteingang nötig
  • N26: Erst ab 18, deutsche IBAN (Achtung bei AT-Arbeitgebern), reine App-Bank
  • Bank Austria, Raiffeisen, Sparkasse OÖ: Solide Filialbanken mit regionalen Vorteilen
  • Bei allen unter 18 brauchst du die Zustimmung der Eltern oder Erziehungsberechtigten

Warum überhaupt ein eigenes Konto?

Spätestens beim ersten Lehrlingslohn oder Ferialjob brauchst du eins. Dein Arbeitgeber überweist dir Geld – ohne Konto geht das nicht. Aber auch sonst lohnt sich das eigene Konto früh: Du lernst, wie Geld funktioniert (Eingänge, Ausgänge, was bleibt), du kannst online einkaufen, ohne die Kreditkarte der Eltern zu leihen, und du baust deine erste Banking-Beziehung auf, die dir später beim ersten richtigen Girokonto, beim Studentenkonto und vielleicht beim ersten Wohnungskredit hilft.

Die meisten Banken in Österreich bieten Jugendkonten ab 10 oder 14 Jahren an. Bis 13 brauchst du fast immer ein Elternteil dabei, das mit unterschreibt. Ab 14 darfst du das Konto in fast allen Banken selbst eröffnen, brauchst aber die Zustimmung der Erziehungsberechtigten. Diese Zustimmung wird formal abgefragt – die Bank schickt der Mutter, dem Vater oder dem Erziehungsberechtigten ein Schreiben oder lässt sie:ihn am Termin mit unterschreiben.

Worauf du beim Vergleich wirklich achten solltest

Die meisten jungen Menschen schauen nur auf den Startbonus. Das ist die schlechteste Vergleichsbasis. Was wirklich zählt:

  • Wie lange bleibt das Konto gratis? Manche bis 19, andere bis 20, 21 oder 27. Wer mit 19 plötzlich 6-12 € pro Monat zahlt, weil das Konto automatisch zum normalen Erwachsenenkonto wird, ärgert sich
  • Wie funktioniert der Übergang? Bekommst du rechtzeitig Bescheid, oder läuft das stillschweigend?
  • Bankomatkarte oder Debitcard? Eine Debitcard (Visa Debit, Mastercard Debit) funktioniert auch online und im Ausland – eine reine Maestro-Bankomatkarte nicht überall
  • Apple Pay / Google Pay: Heute Standard, aber nicht alle Anbieter unterstützen alle Geräte
  • Limits: Wie viel kannst du pro Tag abheben, wie viel pro Woche ausgeben?
  • App-Qualität: Faktisch dein wichtigstes Werkzeug. Eine schlechte App nervt täglich
  • Filialnetz: Brauchst du je einen Termin? Bargeld einzahlen?
  • Kontoauszüge: Wie kommst du dran, kosten Papierauszüge extra?

Die fünf wichtigsten Anbieter im Detail

1. Erste Bank spark7 – der Branchenstandard

Das spark7-Konto der Erste Bank und der Sparkassen ist seit Jahrzehnten der Klassiker für österreichische Jugendliche. Konditionen laut offizieller spark7-Seite mit Stand 2026:

  • Zielgruppe: 10-19 Jahre, ab 10 mit Eltern, ab 14 allein
  • Kontoführung: 100 % gratis bis zum 19. Geburtstag, danach automatischer Wechsel zum Studierendenkonto (auch gratis bis 27, wenn du studierst)
  • Karte: spark7-Debitkarte gratis dabei
  • App: George – eine der ausgereiftesten Banking-Apps in Österreich, mit Ausgaben-Tracking, Sparzielen, Sub-Konten
  • Apple Pay / Google Pay: Ab 14 Jahren möglich
  • Limits: 400 € pro Woche maximales Budget
  • Dispo: Nicht möglich – reines Habenkonto
  • Startbonus: 20 € einmalig nach Eröffnung
  • Filialen: Dichteste Bankenpräsenz in Österreich, Sparkassen in jedem Bezirk

Wer wenig Aufwand will und Wert auf ein gutes Filialnetz legt, ist bei spark7 richtig. Die George-App ist auch nach mehreren Jahren noch eine der besten am Markt. Nachteil: Wenn du nicht studierst und die 19 erreichst, springt das Konto auf einen Standard-Tarif – frühzeitig prüfen, ob du wechseln willst.

2. bank99 aktivkonto99 jugend – der Bonus-König

bank99 ist das Banking-Angebot der Österreichischen Post. Du eröffnest das Konto online oder in jeder Postfiliale – eine niedrige Hemmschwelle, die für viele junge Leute angenehmer ist als der Termin in der traditionellen Bank. Konditionen laut bank99:

  • Zielgruppe: 14-20 Jahre
  • Kontoführung: 100 % gratis bis zum 21. Geburtstag (regulärer Tarif danach: 6,17 € pro Monat)
  • Karte: Debitkarte gratis
  • App: bank99-App, solide aber nicht so feature-stark wie George
  • Apple Pay / Google Pay: Ja, beides
  • Bargeldeinzahlung: An SB-Geräten der bank99 möglich (gibt es in vielen Postfilialen)
  • Startbonus: 50 € (höchster Welcome-Bonus auf dem österreichischen Markt)

bank99 lohnt sich besonders, wenn du in einer Region ohne Erste-Bank- oder Raiffeisen-Filiale wohnst, aber eine Post in der Nähe ist. Der 50-€-Bonus ist verlockend, sollte aber nicht das einzige Argument sein. Die Übergangsphase nach dem 21. Geburtstag mit 6,17 €/Monat ist relativ teuer – rechtzeitig in einen anderen Tarif wechseln oder die Bank ganz wechseln.

3. easybank – die Online-Bank ohne Filiale

easybank ist die Tochter der BAWAG und seit Jahren als reine Online-Bank etabliert. Sie bietet ein Konto für junge Leute, das oft als Geheimtipp gehandelt wird. Konditionen:

  • Zielgruppe: Ab 14 Jahren
  • Kontoführung: Gratis bis zum 27. Geburtstag, ohne Mindesteingang
  • Karte: Debitkarte (Mastercard Debit)
  • App: easybank-App, übersichtlich
  • Apple Pay / Google Pay: Ja
  • Filialen: Keine – alles läuft online oder telefonisch
  • Bargeldeinzahlungen: Eingeschränkt möglich, vor allem über BAWAG-Filialen

easybank ist die längste „Gratis-Phase“ auf dem österreichischen Markt. Wenn du wenig Bargeld brauchst, kein Filialgespräch willst und mit Online-Banking gut umgehen kannst, ist das eine starke Option. Nachteil: Wer ein Anliegen am Schalter klären will, hat hier keine Anlaufstelle.

4. N26 – die App-Bank aus Berlin

N26 ist als App-only-Bank gestartet und ist auch in Österreich verfügbar. Allerdings mit zwei wichtigen Einschränkungen für junge Leute:

  • Zielgruppe: Ab 18 – kein klassisches Jugendkonto. Für unter 18-Jährige bietet N26 in Kooperation mit Bling eine Prepaid-Mastercard ab 7 Jahren (mit Elternsteuerung)
  • Kontoführung: Standardkonto kostenlos, Premiumtarife (Smart, You, Metal) kostenpflichtig
  • Karte: Mastercard Debit gratis
  • App: Sehr modern, oft als Maßstab im Markt zitiert
  • IBAN: Deutsch (DE-IBAN). Bei manchen österreichischen Arbeitgebern und Behörden gibt es vereinzelt noch Verzögerungen oder Rückfragen, obwohl die SEPA-Verordnung das eigentlich verbietet
  • Filialen: Keine
  • Bargeld: 5 kostenlose Abhebungen pro Monat im Standardtarif, danach Gebühr

N26 lohnt sich für ältere Jugendliche und Studierende, die viel im EU-Ausland unterwegs sind und eine schlanke App-Lösung wollen. Die DE-IBAN ist seltener ein Problem als früher, aber bei der Lehrabschlussprüfungs-Anmeldung oder bei manchen Sozialleistungen kann sie noch hakeln. Für den ersten Lehrlingslohn ist sie nicht der erste Tipp.

5. Bank Austria – die klassische Großbank

Die Bank Austria (UniCredit Bank Austria) ist die größte Bank im Land und bietet ein Jugendkonto im Standard-Setup an. Konditionen ähneln spark7: gratis bis zur Volljährigkeit, gratis Debitkarte, App, Apple Pay, kein Dispo. Die Bank Austria ist vor allem dann eine gute Wahl, wenn deine Eltern dort schon Kunden sind und du familieninternen Bündel-Vorteilen oder Familienzahlungen vereinfachen willst.

Die Erwähnenswerten am Rand

  • Raiffeisen Sumsi-Konto: Klassisches Jugendkonto mit Kindermaskottchen, vor allem im ländlichen Raum stark verbreitet. Konditionen ähneln spark7. Vor allem für Kinder unter 14 oft erste Wahl, wenn die Familie sowieso Raiffeisen-Kund:in ist
  • Sparkasse OÖ Knaxiade: Lokal in Oberösterreich, mit Sparbuch- und Sammelheften – eher für die jüngeren Jahrgänge
  • HYPO-Banken (regional): Solide regionale Anbieter, oft mit lokalen Bonus-Aktionen wie Konzertgutscheinen
  • Revolut: Internationale App-Bank mit britischen oder litauischen IBANs, ab 18 in Standard, Junior-Variante für 6-17 mit Elternsteuerung. Stark fürs Reisen, weniger fürs Hauptkonto

Welches Konto für welche Lebenssituation?

Du bist 14, gehst in die Schule, brauchst ein Konto für Online-Käufe und Sparpläne: Erste Bank spark7 oder Raiffeisen-Jugendkonto. Solide Apps, gute Reichweite, klassische Filialstruktur falls Beratung gebraucht wird.

Du startest gerade die Lehre, brauchst Konto für Lehrlingslohn: bank99 wegen 50-€-Bonus oder spark7. Beide reibungslos für österreichische Lohnzahlungen, beides mit Apple Pay und Debitcard.

Du bist 18, beginnst zu studieren, willst eine reine App-Bank: N26 oder easybank. easybank ist die unkompliziertere Wahl für Österreich-zentriertes Leben, N26 stärker für Reisen.

Du brauchst regelmäßig Bargeldeinzahlungen (Trinkgeld aus Gastrojob, Babysitter-Geld): bank99 (Postfilialen) oder spark7 (Sparkassen-Filialen mit Geldautomat). Online-only-Banken sind hier die schlechteste Wahl.

Deine Eltern wollen dir Taschengeld ohne Bargeld geben: Alle großen Anbieter funktionieren – aber Apps wie George oder die N26-App haben gute Familien-Funktionen, die Eltern eine Übersicht geben, ohne dass sie alle Käufe sehen

Vergleichstabelle – die wichtigsten Konditionen auf einen Blick

Konto Alter Gratis bis Bonus Filialen
Erste Bank spark7 10-19 19. Geb. 20 € sehr dicht
bank99 14-20 21. Geb. 50 € Postfilialen
easybank ab 14 27. Geb. keiner / Aktion keine
N26 Standard ab 18 dauerhaft (Std-Tarif) Aktion keine
Bank Austria Jugend 10-18 Volljährigkeit Aktion dicht

Konditionen Stand April 2026 nach offiziellen Bank-Angaben. Welcome-Boni und Aktionen ändern sich regelmäßig – vor der Eröffnung am besten direkt auf der jeweiligen Bank-Seite gegenchecken.

Was die Bank von dir braucht

Egal welches Konto: Bei der Eröffnung musst du dich identifizieren. Üblicherweise:

  • Reisepass oder Personalausweis
  • Meldezettel (gibt’s beim Gemeindeamt oder online über das Zentrale Melderegister)
  • Bei unter 18: Geburtsurkunde und Zustimmung der Erziehungsberechtigten
  • Manchmal: Schulbestätigung oder Lehrvertrag (für bestimmte Vorteile)

Die Online-Eröffnung läuft heute fast überall per Video-Identifikation – du sitzt zu Hause am Handy, machst kurz ein Video-Telefonat mit der Bank, zeigst deinen Ausweis und hast nach 10-20 Minuten ein Konto. Das funktioniert auch bei minderjährigen Kund:innen, dann mit Beteiligung eines Erziehungsberechtigten.

Häufige Fallen, die jeder kennen sollte

  • Versteckte Gebühren bei Auslandszahlungen: Innerhalb der Eurozone sind Zahlungen kostenlos. Außerhalb (UK, Schweiz, USA) kommen je nach Bank 1,5-3 % Fremdwährungsgebühr drauf. N26 und Revolut sind hier am günstigsten
  • Bargeldabhebung im Ausland: Je nach Anbieter 1-5 € pro Abhebung außerhalb der Eurozone. Vor der Reise prüfen
  • Falsche Kontoart: Wenn du als Studentin nach 19 nicht ins Studierendenkonto wechselst, wird das Jugendkonto plötzlich teuer. Fristen merken
  • Werbe-SMS und -Mails: Beim Eröffnen aufpassen, ob du Werbeeinwilligungen aktiv abwählen kannst. Die Standard-Einstellung ist oft „Ja zu allem“
  • Kreditkarten unter 18: Meiden. Die wenigen Anbieter, die unter 18 Kreditkarten ausgeben (Sparkasse OÖ ab 10 mit 99 € Jahresgebühr), sind schlechte Deals – Schulden vor der Volljährigkeit sind keine gute Idee

Was du sonst noch über Jugendkonten wissen solltest

Sparzinsen sind aktuell in fast allen Jugendkonten unbedeutend – 0,00 bis 0,05 % pro Jahr laut Vergleich der Arbeiterkammer. Wer ernsthaft sparen will, legt Geld lieber in einem separaten Sparkonto oder direkt in einen ETF-Sparplan an. Mehr dazu in unserem Artikel Sparen oder investieren – Geldwissen einfach erklärt.

Überziehungszinsen liegen bei 6,00 bis 12,75 % – wer also mit dem Konto in den Minus rutscht, zahlt teuer. Bei Jugendkonten ist Überziehung meist gesperrt, was ein Vorteil ist – du kannst nicht aus Versehen schuldig werden.

Eine letzte Empfehlung: Probier ruhig ein Konto aus, und wechsle, wenn es nicht passt. Bankenwechsel sind heute innerhalb von 14 Tagen möglich, viele Banken übernehmen sogar die Umstellung von Daueraufträgen automatisch. Du musst dich nicht für 30 Jahre auf eine Hausbank festlegen, sondern wirst über die Jahre wahrscheinlich mehrfach wechseln, je nachdem was du gerade brauchst.

Sicherheit – so schützt du dich vor Betrug

Junge Konto-Eröffnerinnen sind ein beliebtes Ziel für Phishing und Social-Engineering-Betrug. Was du beachten solltest:

  • Keine Bank schickt SMS mit Links, bei denen du dich „verifizieren“ sollst. Solche Nachrichten sind zu 99 % Betrug. Im Zweifel: Bank-App selbst öffnen oder die offizielle Hotline anrufen
  • Niemals TANs oder Passwörter weitergeben, auch nicht an angebliche Bankmitarbeiter:innen am Telefon. Echte Banken fragen das nie
  • WhatsApp-Trick „Hi Mama, ich hab eine neue Nummer“: Klassischer Enkeltrick auf Jugendliche umgemünzt. Im Zweifel anrufen
  • Online-Käufe nur auf vertrauenswürdigen Plattformen: Wer dich auf eine seltsame Zahlungsseite leitet, will deine Daten
  • Bei Verlust der Karte: Sofort sperren – Hotline der jeweiligen Bank oder die universelle Sperrnummer 116 116
  • App-Schutz: Faktor-2-Authentifizierung aktivieren (Fingerprint oder Face-ID), starkes Passwort verwenden

Übergang zum Erwachsenenkonto – was passiert, wenn du älter wirst?

Spätestens an deinem 19. (spark7), 21. (bank99) oder 27. Geburtstag (easybank) endet die Gratis-Phase. Was dann passiert, hängt von der Bank ab:

  • spark7 → Studierendenkonto: Wer studiert oder eine berufsbildende Ausbildung macht, kann automatisch ins Studierendenkonto wechseln, das oft bis 27 ebenfalls gratis ist. Inskriptionsbestätigung musst du jährlich nachreichen.
  • bank99 → smartkonto99 oder aktivkonto99: Standardgebühr 6,17 € pro Monat. Wer wenig Aufwand will, lässt das laufen, wer sparen will, wechselt zur kostenlosen Online-Variante oder zu einer anderen Bank.
  • easybank: Wechsel zum normalen Girokonto, je nach Modell zwischen 0 und 9 € monatlich.
  • Was du selbst tun musst: Daueraufträge prüfen, Lastschriften kontrollieren, Lohnüberweisung beim Arbeitgeber aktualisieren falls IBAN-Wechsel.

Was Eltern wissen wollen

Wenn deine Eltern beim Konto mit unterschreiben, haben sie meist auch Einsicht über die App oder über Kontoauszüge. Das stimmt aber nur bedingt – die meisten Banken ermöglichen es Erziehungsberechtigten, Limits zu setzen, aber nicht jede einzelne Buchung zu sehen, wenn das Konto auf dich läuft. Sobald du 18 bist, fällt die elterliche Einsicht ohnehin weg, außer du gewährst sie freiwillig.

Wenn deine Eltern auf einem gemeinsamen Familienkonto bestehen, das sie kontrollieren – das ist deren Recht, solange sie für deine Kosten aufkommen. Aber sobald du eigenes Geld verdienst, hast du das Recht auf ein eigenes Konto, ohne dass sie da reinschauen können. Wer Streit darum hat: ruhig erklären, dass finanzielle Selbstständigkeit ein Lernprozess ist, den du nur dann üben kannst, wenn du Privatsphäre über deinem Konto hast.

Mein Fazit

Für die meisten österreichischen Jugendlichen ist Erste Bank spark7 die solide Allround-Wahl – gute App, dichtes Filialnetz, einfacher Übergang ins Studierendenkonto. Wer den höchsten Bonus will und in der Nähe einer Postfiliale wohnt, nimmt bank99. Für ältere, App-affine Junge mit Reiseambitionen ist N26 oder easybank spannend.

Wichtiger als die Bank: Lerne dein Konto wirklich kennen. Schau jede Woche kurz in die App. Versteh, wo dein Geld hingeht. Setze dir ein Sparziel und überweise einen kleinen Betrag automatisch monatlich auf ein zweites Konto. Das macht dich finanziell selbstständiger als jeder 50-€-Welcome-Bonus.

Mehr Geldthemen: Budgetplaner für Jugendliche, Sparen oder investieren, Konsumfallen im Alltag.

FAQ – die häufigsten Fragen

Brauche ich für ein Jugendkonto die Zustimmung beider Elternteile? In Österreich reicht in der Regel die Zustimmung eines erziehungsberechtigten Elternteils. Bei getrennt lebenden Eltern mit gemeinsamer Obsorge kann die Bank in seltenen Fällen beide Unterschriften verlangen – frag direkt bei der jeweiligen Bank nach.

Was passiert mit meinem Konto, wenn ich ins Ausland ziehe? Solange du Hauptwohnsitz in Österreich hast, kannst du das Konto behalten. Bei dauerhaftem Wegzug ins Ausland werden manche Konten gekündigt, weil die Bank die regulatorischen Pflichten nicht mehr erfüllen kann. N26 ist hier flexibler, weil sie EU-weit aktiv ist.

Kann ich mehrere Jugendkonten gleichzeitig haben? Ja. Es gibt keine Regel, die das verbietet. Sinnvoll ist das aber selten – eines fürs tägliche Geld, eines fürs Sparen reicht meist.

Was ist der Unterschied zwischen Bankomatkarte und Debitkarte? Klassische Bankomatkarten (Maestro) funktionieren in Österreich überall an Bankomaten und beim Bezahlen, aber nicht überall online und im Ausland. Debit-Karten (Visa Debit, Mastercard Debit) funktionieren wie eine Kreditkarte, das Geld wird aber sofort vom Konto abgebucht – international und online problemlos. Die meisten Jugendkonten geben heute Debit-Karten aus.

Kann meine Bank mein Konto kündigen? Ja, theoretisch ohne Begründung mit einer Frist von zwei Monaten. In der Praxis passiert das fast nur bei Betrugsverdacht oder dauerhaft negativen Konten. Wer sich an die Spielregeln hält, hat hier nichts zu befürchten.